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Elektronische Visitenkarte mit Linux

Der Embeddded-Systems-Ingenieur George Hilliard hat eine Visitenkarte mit USB-Anschluss, ARM9-Prozessor, Linux, Micropython und einigen Apps entwickelt.

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Elektronische Linux-Visitenkarte von George Hilliard mit Allwinner F1C100s, SPI-NOR-Flash und USB-Anschluss.

(Bild: George Hilliard)

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Wie er freimütig einräumt, will der Embedded-Systems-Ingenieur George Hilliard mit seiner selbst entwickelten Linux-Visitenkarte potenzielle Auftrag- und Arbeitgeber beeindrucken. Sein gut dokumentiertes Projekt ist aber auch für viele Bastler spannend: Ein extrem kompakter und sparsamer Minicomputer mit ARM9-Prozessor, der ein vollwertiges, aber stark abgespecktes Linux ausführt. In den 8 MByte großen SPI-NOR-Flash-Speicherchip hat Hilliard allerdings auch Micropython, einige Spiele sowie einen als USB-Massenspeicher nutzbaren FAT32-Bereich gepackt.

Wie George Hilliard erklärt, kostet die Hardware für seine elektronische Visitenkarte weniger als 3 US-Dollar. Um die Zahl der Bauelemente zu minimieren, suchte er vor allem ein System-on-Chip (SoC), das Linux ausführen kann sowie USB und eingebautes RAM mitbringt. Letzteres sei zwar bei zahlreichen Mikrocontroller-SoCs der Fall, doch die meisten davon eignen sich nur für Echtzeit-Betriebssysteme. Andere Chips wiederum waren zu teuer.

Das 8-Dollar-Board Sipeed Lichee Nano mit F1C100s hat die Größe einer SD-Karte.

(Bild: Sipeed)

Fündig wurde der beim F1C100s des chinesischen Herstellers Allwinner, der unter anderem einen ARM9EJ-S-Rechenkern enthält sowie 32 MByte DDR1-SDRAM als System-in-Package (SiP). Der F1C100s kommt etwa auch auf dem Entwicklerboard Sipeed Lichee (Pi) Nano mit der Größe einer SD-Karte zum Einsatz und es gibt etwas Linux-Unterstützung durch die "linux-sunxi community". Eine U-Boot-Implementierung fand Hilliard allerdings bei "Icenowy" auf GitHub.

George Hilliard stellt den Schaltplan seiner elektronischen Visitenkarte sowie den Code dafür bereit und erklärt viele seiner Design-Entscheidungen.

Die elektronische Linux-Visitenkarte zeigt auch, wie einfach und billig sich frei programmierbare USB-Peripheriegeräte mittlerweile herstellen lassen. Das wirft auch ein Schlaglicht auf die Sicherheit: Derartige USB-Geräte lassen sich als USB-Stick oder USB-Adapter getarnt für Angriffe missbrauchen, auch mit eingebauten WLAN-Adaptern. (ciw)