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Elektronisches Lesegerät aus Berlin. Konkurrenz für Amazon und Co.?

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Das Berliner Unternehmen Wizpac hat nicht nur die Online-Plattform txtr.com für die Verwaltung digitaler Textdokumente, sondern auch das dazu passende elektronische Lesegerät, den txtr reader, entwickelt. Die Geschichte dahinter berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 03/2009 (seit gestern am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen). Ähnlich wie bei Amazons E-Reader, dem Kindle, sollen per Mobilfunk (UMTS/GPRS) Inhalte von der für alle Textformate offenen Plattform txtr.com auf den txtr reader übertragen werden und somit zu jeder Zeit und an jedem Ort auf dem mit nur einer Hand bedienbaren Gerät lesbar sein.

Der Prototyp des textr reader, den Technology Review nur in der Print-Ausagabe zeigen darf, besitzt derzeit noch kein fertiges Gehäuse, soll aber bereits auf der kommenden Computermesse CeBIT in der vollständigen Verkleidung präsentiert werden. Nach der Herstellung in China oder Taiwan soll das Gerät dann im Herbst auf dem deutschen Markt erhältlich sein. Der Preis wird, so Andreas Steinhauser, einer der fünf Gründer, sich nach der aktuellen Marktlage richten.

Wie der Elektronikkonzern Sony beim Sony Reader 505 nutzen die Berliner Gründer die Display-Technik des US-Unternehmens E Ink Coporation in Cambridge/Massachusetts. Der Bildschirminhalt wird dabei durch die Millionen mikroskopischer Kügelchen erzeugt. Diese schwimmen in einer Flüssigkeit zwischen zwei Platten und enthalten elektrisch unterschiedlich geladene schwarze und weiße Farbstoffe. Um mit ihrer Hilfe eine neue Seite aufzubauen, werden die Kügelchen den Bruchteil einer Sekunde mit einer negativen oder positiven Ladung angesteuert. Sie drehen sich dann mit dem ladungsabstoßenden Farbstoff hin zum Betrachter und bilden so - je nach Vorzeichen der Steuerladung - schwarze oder weiße Bildpunkte. Das Bild bleibt dabei erhalten, auch nachdem der Strom abgeschaltet ist.

Entscheidender Vorteil dieses Ansatzes ist, dass die Stromzufuhr nur beim Umblättern der Seiten notwendig ist und somit der Akku geschont wird. Das wiederum hat seinen Preis, da die Umgruppierung der Farbkügelchen nicht unter 400 ms geschehen kann. Die Entwickler von Wizpac konzentrieren sich daher darauf, sicherzustellen, dass Hardware und Software nicht nur schneller als bei den Konkurrenz-Produkten, sondern auch so schnell wie nur möglich arbeiten. Wizpac Ltd. wurde 2008 von Christophe Maire, Joscha Bach, Ronnie Vuine, Andreas Steinhauser und Frank Rieger gegründet. (gob)