Menü

Elektrotaxi EVA für Städte in den Tropen

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 110 Beiträge

Das Elektrotaxi EVA zeichnet sich insbesondere durch ein Schnellladesystem aus, das die Akkus in nur 15 Minuten füllt. So kann es in typischen Taxi-Fahrpausen schnell aufgeladen werden. Das Fahrzeug hat mit einer Ladung eine Reichweite von 200 Kilometern. Entwickelt wurde es in dem gemeinsamen Forschungsprojekt TUM Create der Technischen Universität München (TUM) mit der singapurischen Nanyang Technological University (NTU), derzeit wird das Konzept auf der Tokyo Motor Show präsentiert. Die TUM zeigt somit nach eigenen Angaben als erste Universität überhaupt Elektrofahrzeugkonzepte für unterschiedliche Klimazonen.

E-Taxi EVA (5 Bilder)

EVA wird auf der Tokio Motor Show enthüllt (Bild: TUM Create)

Mit EVA widmen sich die Wissenschaftler den hohen Anforderungen an die Fahrzeugklimatisierung in tropischen Regionen. Die Wissenschaftler entwickelten einige Systeme, die dem Fahrgast bei minimalem Energieverbrauch einen hohen Komfort bieten sollen. Dabei soll die Klimatisierung für jede Person einzeln regelbar sein. "Dazu gehören eine Kühlung im Kopfbereich und eine Sitzbelüftung. Klimatisierung und Entertainment-System können mit einem handelsüblichen Smartphone bedient werden", heißt es in einer Mitteilung.

In Unterschied zu dem ebenfalls an der TUM entwickelten Elektroauto-Konzept MUTE, das für nordeuropäische Privatnutzer entwickelt und 2011 auf der IAA präsentiert wurde, geht es bei EVA um eine robuste professionelle Nutzung mit hohen täglichen Laufleistungen. Dabei werden gewichtsparende Materialien eingesetzt, zum Beispiel eine Fahrgastzelle aus carbonfaserverstärktem Kunststoff. Mit Akkus wiegt das Gefährt rund 1500 Kilogramm. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 111 km/h angegeben, die Maximalleistung beträgt 60 kW.

E-Taxis leisteten einen besonderen Beitrag dazu, Kohlendioxid-Emissionen zu verringern, erklärt die TUM. "Während Taxis weniger als drei Prozent der Fahrzeuge in Singapur ausmachen, legen sie 15 Prozent der gefahren Strecken zurück", erläutert Forschungsleiter Dr. Daniel Gleyzes. "Im typischen Zweischichtbetrieb fährt ein Taxi pro Tag über 500 km." Finanziert wird das Vorhaben von der National Research Foundation (NRF) der Republik Singapur. (anw)