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Elfte RobotChallenge platzt aus allen Nähten

In Wien findet dieses Wochenende einer der weltweit größten Wettbewerbe für autonome Roboter statt. Mexiko stellt die meisten Teilnehmer, Polen die meisten Titelverteidiger.

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In der Wiener Aula der Wissenschaften läuft am heutigen Sonntag noch bis 18 Uhr die elfte RobotChallenge. Laut Gründer Roland Stelzer vom Veranstalter InnoC ist es einer der größten jährlichen Wettbewerbe für autonome Roboter. "Autonom bedeutet 'nicht ferngesteuert'. Das ist das Wesentliche", erklärte Stelzer am Samstag, "im Bewerb ist der Roboter ganz auf sich allein gestellt." Der Eintritt ist frei, letztes Jahr kamen rund 5.000 Besucher. Fast 800 Teilnehmer aus 46 Ländern sind in 15 Disziplinen mit insgesamt 574 Robotern am Start. Das ist fast die Hälfte mehr als 2013.

Die Wettbewerbsdisziplinen sind Sumo-Ringen und Line Following jeweils in mehreren Klassen, Puck Collect, das Air Race mit Drohnen, ein Wettlauf für humanoide Roboter, ein Freestyle-Wettbewerb und das neue "Hack the Arduino Robot!" Die meisten Teilnehmer gibt es in der Mini-Klasse des Sumo-Ringens (97 Roboter) sowie beim klassischen Line Follower (86).

Open-Source-Wettbewerb mit Arduino-Bots

Die wenigsten Bots sieht man beim Arduino-Hack, da nur die zehn Finalisten von ursprünglich 63 Bewerbern vor Ort sind. Ihre Aufgabe war es, in nur drei Wochen einen Roboter zu fertigen, der dem Besitzer nützlich ist. Teilnehmer dieses Wettbewerbs müssen sowohl ihre Software als auch ihre Baupläne der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen (Open Source respektive Creative Commons).

Gekommen sind Schädlingsbekämpfer, Reinigungs- und Aufräum-Helfer oder Arduino-Bots, die selbständig durch das Haus eilen und Messungen durchführen, etwa Temperatur, Licht oder diverse Gase. Das soll dem Besitzer helfen, Energiekosten zu sparen.

RobotChallenge 2014 (17 Bilder)

Der ArduWellBeingBot

Andrang

Der Erfolg der RobotChallenge ist auch eine Herausforderung für das nächste Jahr, denn der Platz in der Aula der Wissenschaften reicht kaum noch aus. 2015 wird InnoC einen neuen Veranstaltungsort brauchen oder mehr Vorausscheidungen durchführen müssen. Diese gibt es bereits in Lateinamerika, wo nur die drei besten jeder Disziplin nach Wien reisen können. Mexiko war dabei besonders erfolgreich und stellt 72 Roboter. Aus Polen kommen 57, aus Rumänien und Russland je 44, aus der Türkei 40. Die polnischen Teilnehmer haben in den letzten Jahren die meisten Siege eingefahren.

Hauptziel der Veranstaltung ist "einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen, dass das etwas ist, das nicht nur der Top-Nerd zusammenbringt, sondern für jedermann ist", sagt Stelzer, und fügt hinzu: "Schade, dass es noch eine männerdominierte Sache ist." Zielgruppe sind also nicht nur Unis und Schulen, sondern auch Kinder, Familien und Hobbyisten aller Art. Tatsächlich gibt es auch Teilnehmer, die nur acht oder neun Jahre alt sind. Sie bestehen darauf, dass sie selbst die Urheber ihrer Bots sind und es kein Werk der Eltern ist. (bkr)

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