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Elon Musk bezeichnete britischen Taucher als pädophil – nun muss er vor Gericht

Die Auseinandersetzung zwischen Elon Musk und einem britischen Taucher wird vor einem US-Gericht verhandelt. Meinungsfreiheit erkannte der Richter nicht an.

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(Bild: dpa, Kiichiro Sato/AP)

Vor zehn Monaten hatte Elon Musk einen britischen Taucher, der am Einsatz um das Höhlendrama in Thailand beteiligt war, ohne jede Grundlage als pädophil diffamiert. Am 22. Oktober muss er sich für diese Aussage vor einem US-Richter in Los Angeles verantworten. Der an der Rettung von zwölf Jugendlichen beteiligte Taucher Vernon Unsworth erhob Anklage wegen Verleumdung. Die Anwälte von Elon Musk beantragten die Abweisung der Klage mit der Begründung, dass es sich um "fantasievolle" Meinungsfreiheit gehandelt habe. Den zuständigen Richter Stephen Wilson hat diese Auslegung der Umstände nicht umfassend überzeugt, wie der Spiegel berichtet.

Der Richter schrieb, betrachte man die Gesamtheit der Umstände, könne eine gewissenhafte Überprüfung zu dem Schluss kommen, dass die Äußerungen Musks "implizite Behauptungen objektiver Fakten" beinhalteten – also keine reine Meinung darstellen. Musks Anwälte hatten versucht, die Anklage abzuweisen. Als Begründung legten sie dar, dass Musk lediglich "fantasievolle" und "überzogene" Beschimpfungen geäußert habe – diese stellten allerdings reine und von der Verfassung geschützte Meinung dar, wie es in dem Bericht von Spiegel Online weiter heißt.

Elon Musk wurde im Juli 2018 um Unterstützung für die eingeschlossenen Jugendfußballer und ihren Trainer gebeten. Daraufhin hatte er mit seiner Firma SpaceX ein Mini-U-Boot gebaut und nach Thailand gebracht. Der maßgeblich an der Rettung beteiligte britische Taucher bezeichnete die ganze Aktion des Tesla-Chefs auf Twitter als PR-Gag, der keine Aussicht auf Erfolg habe, und spottete in einem Interview: "Er kann sich sein U-Boot dahin schieben, wo es weh tut." Daraufhin hatte Musk ihn in mittlerweile gelöschten Tweets als pädophil bezeichnet, wofür er sich sich später öffentlich entschuldigte. Der Taucher verklagte Musk trotzdem, woraufhin er von ihm als "Kindervergewaltiger" bezeichnet wurde.

Das U-Boot soll aus einer Treibstoffleitung der Falcon-9-Rakete mit Platz für drei Personen hergestellt worden sein. Hindernisse und enge Kurven machten den Einsatz wegen der steifen Außenhülle und der Länge von rund 1,70 Meter unmöglich. Musk hatte keine Vorstellung, wie es in der Höhle aussah, und wurde vor Ort aufgefordert schnell zu gehen. Das hätte er auch tun sollen, sagte Unsworth damals. Musk ließ das U-Boot in Thailand – falls es in Zukunft von Nutzen sein sollte. (bme)