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Elon Musk im Fokus: NASA will Sicherheit bei SpaceX und Boeing prüfen

Bevor SpaceX und Boeing 2019 Menschen ins All bringen können, sollen die Konzerne noch einmal überprüft werden. Schuld ist einem Bericht zufolge Elon Musk.

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Elon Musk

(Bild: dpa, Paul Buck/Archiv)

Die NASA will Anfang des kommenden Jahres eine intensive Analyse bei Boeing und SpaceX durchführen, um die Sicherheit der geplanten bemannten Weltraumflüge zu gewährleisten. Mittels Hunderter Interviews mit Mitarbeitern soll die Unternehmenskultur untersucht werden, berichtet die Washington Post.

Anlass für die Maßnahme, die die Zeitpläne beider Unternehmen weiter verzögern dürfte, ist demnach das Verhalten von SpaceX-Chef Elon Musk in den vergangenen Wochen und Monaten. Dessen Äußerungen auf Twitter hatten ihn zuvor bereits den Tesla-Vorsitz gekostet.

Boeing und SpaceX waren 2014 von der NASA damit betraut worden, Transportkapseln für bemannte Weltraumflüge zu entwickeln. Durch finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe wollte die NASA so auch die eigene Abhängigkeit von russischen Sojus-Kapseln beenden. Zuletzt hatte es aber immer wieder Zweifel an den Zeitplänen beider Unternehmen gegeben, denn eigentlich sollten die bemannten Flüge schon 2018 aufgenommen werden.

Aktuell planen SpaceX und Boeing im Frühjahr 2019 erste unbemannte Testflüge mit den Raumkapseln Dragon (SpaceX) und Starliner (Boeing). Wenige Monate danach sollen bemannte Testflüge folgen. Die NASA-Eigententwicklung Orion ist noch nicht ganz so weit, sie soll 2020 erste unbemannte Flüge absolvieren.

Die Dragon V2 von SpaceX (13 Bilder)

Vorstellung der Kapsel Dragon V2 für bemannte Raumflüge im Mai 2014
(Bild: SpaceX)

Mit den intensiven Untersuchungen will die NASA sicherstellen, dass die Unternehmen die Anforderungen an die Arbeitsplatzsicherheit gewährleisten, erklärte Sprecher Bob Jacobs nun der US-Zeitung. Dazu gehöre auch die Verpflichtung zu einer Drogen-freien Umgebung, ergänzte er – offenbar mit Blick auf Elon Musks öffentlichen Umgang mit Marihuana-Konsum. Der hatte unter anderem in einem in Kalifornien aufgezeichneten Interview Marihuana konsumiert. Dort ist das zwar legal, bundesweit sieht das aber anders aus.

NASA-Chef Jim Bridenstine sagte demnach nun, dass sichergestellt werden müsse, dass die Öffentlichkeit dem bemannten Weltraumprogramm vertraut: "Wir müssen der amerikanischen Öffentlichkeit zeigen, dass wir Astronauten nur auf eine Rakete packen, wenn sie sicher sind."

Elon Musk hat derweil selbst einmal mehr für Aufsehen gesorgt: Auf Twitter erklärte er, dass das Design der geplanten Riesenrakete BFR wieder drastisch geändert worden sei. Außerdem wurde das Projekt umbenannt: Die Rakete soll nun "Super Heavy" heißen, das Raumschiff selbst "Starship".

Dabei ist immer noch nicht klar, wie SpaceX das immense Projekt finanzieren will. Das inzwischen zwar rund laufende Tagesgeschäft wirft nicht genug Gewinn ab. Schon 2023 will SpaceX mit dem japanischen Milliardär Yusaku Maezawa den ersten Weltraumtouristen im Starship zum Mond fliegen. (mho)

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