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Elrob 2012: Autonome und semi-autonome Roboter im Feldtest

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Die Europäische Leistungsschau Robotik (Elrob) wird in diesem Jahr erstmals in drei Kategorien ausgetragen. Bei der Veranstaltung, die vom 24. bis 28. September auf einem Trainingsgelände der Schweizer Armee bei Thun stattfindet, können die Teams mit vollständig autonomen, ferngesteuerten wie auch mit "beaufsichtigt autonomen" Systemen teilnehmen. Das teilte Wettbewerbsleiter Frank Schneider jetzt bei einem Vorbereitungstreffen am Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) in Wachtberg mit.

Eine weitere Neuerung ist eine Teilnahmegebühr in Höhe von 500 Euro pro Team. Sie hat zum Teil den Charakter einer Schutzgebühr, die die Zahl von Anmeldungen reduzieren soll, die im letzten Moment zurückgezogen werden und die Organisation einer solchen Veranstaltung erschweren. Vor allem aber soll sie die Teilnahme von Studenten fördern, da sie komplett in Form von Reiseunterstützungen wieder an die Teams ausgezahlt wird. Bis zu drei Studenten pro Team können auf diese Weise unterstützt werden.

Ansonsten hat sich vorerst nicht viel geändert: Wie bei früheren Elrob wird es Szenarien zur Aufklärung geben, bei denen sich die Roboter zunächst einem etwa ein Kilometer entfernten Gelände nähern müssen und dort Objekte finden und lokalisieren müssen. Eine Qualifikationsrunde findet bei Tageslicht statt. Wer sich hier bewährt, darf es ein weiteres Mal bei Nacht versuchen.

Daneben wird das autonome Fahren im Konvoi getestet sowie das Hin-und-her-Pendeln zwischen zwei Punkten, wobei die Strecke zuerst von einem Menschen, der vor dem Roboter her läuft, gelernt wird. Videos vom Übungsgelände und früheren Veranstaltungen gibt es auf Youtube im Kanal "EuropeanRobotics"

Videos von früheren Veranstaltungen und vom Übungsgelande veröffentlichten die Elrob-Organisatoren in einem eigenen Youtube-Kanal. Hier das Team der Universität Siegen beim Versuch eines Roboter-Konvois.

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Die Elrob gilt weiterhin als Leistungsschau, nicht als Wettbewerb. Es wird daher kein Sieger ermittelt, sondern die erzielten Leistungen in Tabellen zusammengefasst und veröffentlicht. Gleichwohl werden durch eine Jury und Abstimmung der Teilnehmer Preise vergeben und zwar für die beste Einzelleistung in den Szenarien, für die überzeugendste neue wissenschaftliche Lösung, die kreativste Lösung und für die beste Teamleistung.

Zukünftig könnte sich die Elrob, die sich getreu ihrer englischen Bezeichnung "European Land-robot Trial" auf Bodenfahrzeuge konzentriert hat, in die Luft und aufs Wasser ausweiten. Das ist jedenfalls der Inhalt eines Vorschlags, den die Elrob-Macher bei der EU-Kommission eingereicht haben. Wenn er bewilligt wird, könnte sich die Elrob zu einem umfassenden Wettbewerb für Field Robotics entwickeln. "Ohne EU-Förderung ist das allerdings nicht zu machen", sagt Schneider. "Allein das dafür erforderliche Gelände wäre ansonsten nicht zu bezahlen." Mit einer Entscheidung wird in den nächsten Wochen gerechnet. (jk)