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Elrob: Roboter-Leistungsschau unter erschwerten Bedingungen

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Die diesjährige Roboterleistungsschau Elrob steht unter keinem guten Stern. Kurzfristige Absagen haben die Teilnehmerzahl drastisch reduziert. Auch die Regierungskrise in Belgien macht den Veranstaltern zu schaffen. Seit 2006 wird die Elrob (European Land-robot Trial) alljährlich ausgetragen, um Roboter für den Einsatz im Gelände in realistischen Einsatzszenarien zu testen. Ein Nato-Workshop zu Militärrobotern formulierte im September 2004 die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung, die abwechselnd mit militärischer und ziviler Ausrichtung durchgeführt wird. In diesem Jahr ist wieder die zivile Variante C-Elrob an der Reihe, die bis Freitag auf dem Gelände des belgischen Räumungsdienstes DOVO (Dienst voor Opruiming en Vernietiging van Ontploffingstuigen) bei Leuven ausgetragen wird.

Elrob 2011 (4 Bilder)

Ohne Flugroboter

Simon Lacroix und sein Team von der Université de Toulouse wollten eigentlich mit zwei Robotern antreten: einem fahrenden und einem fliegenden. Nachdem es keine Fluggenehmigung gab, kamen die Elrob-Neulinge halt nur mit dem Bodenroboter. (Bild: Hans-Arthur Marsiske / heise online)

Dieser Veranstaltungsort ist jetzt zum Problem geworden. Das hat allerdings nichts mit den Geländeeigenschaften zu tun oder mit der Unterstützung durch das Personal vor Ort, sondern vor allem mit der gegenwärtigen Regierungskrise in Belgien. Das Land ist so tief gespalten, dass es seit den letzten Wahlen vom 13. Juni 2010 nicht gelungen ist, eine neue Regierung zu etablieren. Unter solchen Bedingungen tun sich Ämter und Behörden mit Entscheidungen besonders schwer. Hierin vermuten jedenfalls die Organisatoren der Elrob den Hauptgrund dafür, dass ihnen keine Fluggenehmigung für Micro Aerial Vehicles (MAV) erteilt wurde. Einige Teams, die nur mit solchen Flugrobotern teilnehmen wollten, sagten daraufhin ab.

Andere Teams hatten Pech mit der Hardware oder Finanzierungsprobleme, sodass allein in den letzten zehn Tagen vor dem Wettbewerb zehn Absagen eintrafen. Von ursprünglich 16 angemeldeten Teams sind insgesamt nur noch fünf übrig geblieben. Davon sind allerdings drei zum ersten Mal bei der Elrob dabei. Sie haben nun mehr Zeit zum Üben und können auf zweite Chancen hoffen. Die werden sie wahrscheinlich brauchen: Die Strecken, die in den kommenden Tagen zu absolvieren sind, sind zwar relativ eben und von daher gut befahrbar. Dichte Baumkronen sorgen aber dafür, dass GPS-Signale nur ausnahmsweise empfangen werden können und eine Fernsteuerung der Roboter über Funk praktisch unmöglich ist. Das regnerische Wetter der letzten Tage hat die Bedingungen noch zusätzlich erschwert.

Parallel zum Roboter-Wettbewerb findet an den ersten beiden Tagen außerdem der Workshop RISE‘2011 (Risky Intervention and Surveillance/Maintenance of the Environment) statt. Wenn die Roboter mal wieder rumzicken, dann ist hier immerhin Gelegenheit, sich an Simulationen zu erfreuen, die zeigen, wie es funktionieren könnte. (Hans-Arthur Marsiske) / (jk)

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