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Emissionsrechtehandel in Kalifornien in der Kritik

Eine Untersuchung zeigt, dass besonders Landbesitzer vom System "Cap and Trade" System profitieren – und weniger das Klima.

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(Bild: Unsplash / Mildly Useful )

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Der Emissionsrechtehandel soll dafür sorgen, dass die Industrie CO2 freiwillig und marktgerecht reduziert. Doch das kann, so zeigt nun ein Beispiel aus dem US-Bundesstaat Kalifornien, auch nach hinten losgehen. Dort gibt es aktuell viel Kritik an sogenannten Offsets, dank denen Firmen Verschmutzungscredits aufkaufen können. Sie kommen von der Forstwirtschaft, die in ihren Wäldern das Klimagas speichern soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Landbesitzer: Millionengewinn dank CO2-Ausgleich").

Die sogenannten Carbon Offset Credits gingen an Projekte, die ihre Klimagasverringerung um bis zu 80 Millionen Tonnen CO2 zu hoch angegeben haben sollen. Das ist eine gigantische Zahl: Es handelt sich um ein Drittel der im Rahmen des Emissionsrechtehandels ("Cap and Trade") des Bundesstaates für das kommende Jahrzehnt erwarteten CO2-Einsparungen. Das geht aus einer Analyse hervor, die die University of California in Berkeley erstellt hat.

Die Ergebnisse stellen die Effektivität des gesamten Emissionsrechtehandels in Kalifornien in Frage, was weltweite Bedeutung hat. Es handelt sich um einen der wichtigsten Versuche mit dem marktbasierten Instrument auf der gesamten Erde, wie Experten sagen. Mit dem 2013 eingeführten Mechanismus sollen die Klimarisiken abgefedert werden. Er ist zentrales Element des Versuchs des Bundesstaates, die CO2-Emissionen signifikant zu senken. Fast 40 Prozent der Gesamtreduktion sollen über "Cap and Trade" erreicht werden.

"Wenn diese Zahlen korrekt sind, dann sorgt eine substanzielle Komponente des Programms nicht für eine echte Emissionsreduzierung", kommentiert Danny Cullenward, ein Forscher an der Carnegie Institution und Mitglied in einem Ausschuss des kalifornischen Umweltministeriums, das die Auswirkungen von "Cap and Trade" untersuchen soll.

Der Handel erlaubt Holzfirmen, Indianerstämmen und anderen privaten Landbesitzern, Emissionsrechte an Klimasünder zu verkaufen – im Austausch lassen sie Bäume wachsen oder unternehmen andere Schritte, die Klimagase in der Atmosphäre absorbieren sollen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)