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Emnid-Umfrage zur Akzeptanz von Linux in Deutschland

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Obwohl fast 10 Jahre jünger als Mac OS und über 20 Jahre jünger als Unix hat Linux in Sachen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung den Anschluss geschafft. Im Auftrag des Linux-Distributors SuSE befragte das Emnid-Institut 5.025 Personen als repräsentative Stichprobe für die deutschsprachige Bevölkerung über 14 Jahren, die über einen Telefonanschluss verfügen, zur Nutzung und Akzeptanz des Betriebssystems Linux. Für die Auswertung konzentrierten sich die Marktforscher auf die Personen, die beabsichtigen, ihren PC aufzurüsten oder sich ein neues Gerät zuzulegen.

Neben dem omnipräsenten Windows (98 Prozent) kennen 67 Prozent der Befragten Mac OS, 56 Prozent Linux und immerhin 52 Prozent Unix. Bei der Frage nach den entscheidenen Kriterien für einen Wechsel des derzeitigen Betriebssystems zeichneten sich deutliche Gewichtungen bei Stabilität (92 Prozent), Internet-/E-Mail-Fähigkeit (84 Prozent), einfacher Handhabung (84 Prozent), gutem Preis-/Leistungsverhältnis (83 Prozent), Sicherheit (83 Prozent), Anwendungsvielfalt (82 Prozent) und Softwareverträglichkeit (81 Prozent) ab.

Ingesamt 23 Prozent gaben an, wahrscheinlich in absehbarer Zeit auf Linux umzusteigen, lediglich 30 Prozent schlossen diese Möglichkeit völlig aus. Dass damit fast jeder vierte PC-Besitzer zu Linux wechseln will, lässt sich aus diesen Zahlen allerdings nicht ablesen. Schließlich bestand die Zielgruppe der Befragten aus wechselwilligen Benutzern, die mit ihrer Plattform glücklichen Anwender spielten praktisch keine Rolle.

Wesentlich interessanter sind einige Detailpunkte der Umfrage. In der einer freien Frage (also ohne vorgegebene Antworten) nach den Nachteilen des derzeit benutzten Betriebssystems, beklagten sich 45 Prozent der Windows-Benutzer über die Instabilität ihrer Plattform. Hier bietet sich Linux angesichts einer Nennung des Faktors "Stabilität" bei 92 Prozent der Befragten bei den entscheidenen Kriterien für die Betriebssystemwahl eine großes Entwicklungspotential.

Die Studie belegte aber auch einige noch vorhandene Linux-Schwächen. So bemängelten die Linux-Benutzer selbst unter anderem die umständliche Installation (18 Prozent), die umständliche Bedienung (16 Prozent), die geringe Nutzung bei PC-Anwendern (16 Prozent) oder die geringe Zahl von Anwendungen (13 Prozent). Da die Linux-Entwickler und -Distributoren die meisten der letztgenannten Punkte bereits erkannt haben und und entsprechende Lösungen anbieten oder an ihnen arbeiten, dürften sich Linux auch im Desktop-Markt einige Möglichkeiten eröffnen. (avr)