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Emojis: Instagram beobachtet "Entstehung einer neuen Sprache"

Immer mehr Texte auf der Fotoplattform Instagram enthalten inzwischen Emojis und dort sieht man bereits einen allgemeinen Wandel: Emojis lösen zumindest im Englischen wohl den Netzjargon ab und würden zu einer universell verständlichen Sprache.

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Emojis: Instagram beobachtet "Entstehung einer neuen Sprache"

Fast die Hälfte aller Begleittexte auf der Fotoplattform Instagram enthält inzwischen Emojis, kleine Ideogramme, die nicht nur Emotionen sondern auch allgemeine Begriffe darstellen sollen. Wie ein Programmierer nun in einem Blogeintrag erklärt, kann man die Zunahme dieser Bildchen inzwischen sogar als Entstehung einer neuen Sprache begreifen. Auslöser dafür war demnach die Einführung der Emoji-Tastaturen unter iOS (2011) und Android (2013). Als aktueller Anlass für seine Ausführungen dient die vergangene Woche eingeführte Möglichkeit, Emojis in Hashtags zu verwenden.

Der Instagram-Angestellte Thomas Dimson führt aus, dass Emojis besonders häufig von Nutzern in Finnland verwendet werden (in 63 Prozent aller Texteinträge), danach folgen Frankreich (50 Prozent), Großbritannien (48 Prozent) und Deutschland (47 Prozent). Deutlich seltener kommen sie demnach in Korea (32 Prozent) und vor allem Tansania (10 Prozent) vor. Genauer untersucht habe man die Nutzung aber lediglich für englische Texte. Hier zeige sich, dass Emojis gegenwärtig dabei seien, geschriebenen Netzjargon zu ersetzen.

Die Beziehungen der Emojis zueinander

(Bild: Instagram)

So sei das Tränen lachende Emoji klar den Bedeutungen "lol" ("laughing out loud") oder "lmao" (laughing my as off") zuzuordnen. In ähnlicher Weise stehe etwa das Gesicht mit Herzen in den Augen neben und immer mehr auch für "xoxoxox" ("hugs and kisses") oder "loveyou". Auch spezielle Emojis umfassen demnach inzwischen ganz charakteristische Bedeutungen, beispielsweise ein/e Tänzer/in für Geburtstage oder ein Frauengesicht für Freundschaftsversprechen. Die eigene Flagge wiederum werde in Frankreich und Japan bei Orten und Sehenswürdigkeiten gebraucht, in den USA dagegen für patriotische Äußerungen.

Insgesamt zeige sich, dass mit der Zunahme von Emojis die Verwendung des Netzjargons abnehme. Zumindest im Englischen könnte also eine Schlussfolgerung lauten, dass die Emojis den Netzjargon langsam ablösen. Die Bildchen seien dabei, eine fast-universelle Verständigungsmethode zu werden und das über alle Sprachen hinweg. Um das zu unterstreichen hat Dimson eine Übersicht veröffentlicht, in der Emojis je nach Beziehung zueinander angeordnet sind. Sichtbar sind regelrechte Emoji-Wolken, in denen beispielsweise die verschiedenen Nahrungsmittel-Symbole beieinander stehen. (mho)

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