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CES

Emotions-Chips soll Digitale Assistenten und Roboter empathisch machen

Das New Yorker Unternehmen Emoshape zeigt auf der CES einen Prozessor, der es elektronischen Geräten unter anderem ermöglichen soll, Mitgefühl für Menschen zu empfinden.

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Emotions-Chips soll Digitale Assistenten und Roboter empathisch machen

(Bild: heise online / Nico Jurran)

Die meisten CES-Besucher, die am Stand von Emoshape vorbeikommen, haben zunächst Schwierigkeiten zu verstehen, was dort gezeigt wird. Zu sehen ist erst einmal nur eine kleine, für rund 250 US-Dollar vorbestellbare USB-Box mit der Bezeichnung "ExoLife Emotion Engine", die über Unity und UE4 VR-Spiele steuern kann. Doch die Box ist nur ein Vehikel für die "Emotion Processing Unit II" (EPU II), einem von EmoShape über einen Zeitraum von vier Jahren entwickelten Prozessor, der in Echtzeit Gefühle von Menschen erkennen und darauf passend reagieren soll.

Erkannt werden dabei laut Entwickler zwölf verschieden Grundemotionen: Angst, Bedauern, Ekel, Erwartung, Freude, Gleichgültigkeit, Traurigkeit, Überraschung, Verlangen, Vertrauen, Zorn und Zuversicht. In verschiedenen Kombinationen und mit unterschiedlichen Abstufungen würden sogar 64 Milliarden emotionale Zustände in Echtzeit erfasst.

Laut Emoshape ist der EPU II von Sensoren abhängig, die im Daten zur Auswertung anliefern. Dies könnte beispielsweise eine Gesichtererkennung sein, die bestimmte Mimiken eines Menschen erfasst. Ebenso ließe sich etwa eine Analyse der Stimme des Gegenübers nutzen. Nach Vorstellung des Unternehmens wirde der Emotions-Chip künftig in einer Reihe von Anwendungen zum Einsatz kommen – darunter in digitalen Sprachassistenzsystemen. Aber auch Roboter könnten damit künftig ausgestattet sein.

Ein vorgestelltes Szenario mutet dann allerdings schon etwas merkwürdig an: So stellt sich Emoshape vor, dass der EPU II in künstlichen Arbeitskollegen von Menschen eingebaut wird, deren humanoide Kollegen zuvor wegrationalisiert wurden. Auf diese Weise ließe sich laut Emoshape das Betriebsklima verbessern, da niemand auf Dauer Lust habe, neben einer "nüchternen" Maschine zu arbeiten. Der empathische Roboter würde hingegen Trost spenden, wenn er registriert, dass es dem menschlichen Kollegen schlecht geht.

Auf Nachfrage bestätigte das Unternehmen, dass auch der Roboter Emotionen in diesem Szenario zeigen könnte – in verschiedenen Abstufungen. Letztlich würde er sich aber laut Emoshape beispielsweise nicht mit dem humanoiden Kollegen streiten, da das oberste Ziel des Programms sei, den Menschen glücklich zu machen. (nij)

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