Emulator-Plattform RetroArch kommt zu Steam

RetroArch wird am 30. Juli auf Steam veröffentlicht – kostenlos. Damit wird RetroArch zur wohl wichtigsten Emulator-Software auf der Spieleplattform.

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(Bild: Steam)

Von
  • Daniel Herbig

Die Entwickler-Gruppe Libretro veröffentlicht ihre Emulator-Plattform RetroArch auf Steam. In der Ankündigung schreiben sie, RetroArch werde vermutlich ab dem 30. Juli erhältlich sein – wie gewohnt kostenlos. Zuerst werde die Windows-Version von RetroArch auf Steam veröffentlicht, etwas später dann die Fassungen für MacOS und Linux. Damit wollen die Entwickler den erhöhten Support-Aufwand für die breitere Nutzergruppe kontrollieren. Die Steam-Version soll sich erst einmal nicht von der RetroArch-Fassung unterscheiden, die man auf der Webseite der Entwickler bekommt.

Die Steam-Seite von RetroArch ist bereits online. Dort beschreiben die Entwickler ihr Programm als "Open-Source- und Crossplattform-Frontend und Framework für Emulatoren, Spiele-Engines, Videospiel-Medienplayer und andere Anwendungen." Tatsächlich kommt RetroArch vor allem als Plattform für externe Emulatoren zum Einsatz, die hier "Cores" genannt werden. Mit verschiedenen Cores lassen sich zahlreiche Systeme emulieren. Nutzer können dadurch Spiele-Klassiker für alte Systeme auch auf aktuellen PCs spielen.

Die Legalität von Emulatoren ist komplex. In der Vergangenheit ist zum Beispiel Nintendo, Entwickler vieler beliebter Emulator-Spiele, juristisch gegen die Anbieter von ROMs vorgegangen. ROMs sind die Dateien, über die man Spiele per Emulator zocken kann. Der Emulator an sich ist nur ein Stück Software und damit weniger angreifbar als raubkopierte ROMs. Die Formulierungen in der Ankündigung zum Steam-Release zeigen aber, wie vorsichtig auch Libretro mit der Thematik umgeht. "Obwohl RetroArch und die Libretro API eigentlich nichts Spezielles mit Emulatoren zu tun haben, benutzen es die meisten für diesen Zweck", heißt es dort.

Steam selbst unterbindet Diskussionen zu Emulatoren in seinen Foren komplett: Dort fallen Emulatoren in die gleiche Kategorie wie Raubkopien, Spiele-Cracks und Schlüsselgeneratoren. Wer darüber im Forum schreibt, kann gebannt werden. Einem Bericht von ArsTechnica zufolge war der Launch von RetroArch auf Steam aber ohne besondere Diskussionen mit Valve, dem Entwickler der Spieleplattform, möglich. Auf Nachfrage von Ars Technica hat Steam nicht reagiert.

Dass RetroArch nun eine Seite im Steam-Store hat, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der Start auf der Plattform garantiert ist. In der Vergangenheit hat Steam mehrfach Spiele aufgrund von Kontroversen aus seiner Bibliothek entfernt.

Heise online hat RetroArch zuletzt auf dem Raspberry Pi 4 zum Laufen gebracht und dort erste Benchmarkergebnisse gesammelt.

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(dahe)