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EnBW startet Powerline auf Testmarkt

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Ab Sommer können 7.500 Stromkunden im schwäbischen Ellwangen über die Steckdose ins Internet gehen. Der Stromkonzern EnBW startet dann sein Powerline-Angebot. Ellwangen soll nicht nur die Leistungsfähigkeit von Powerline zeigen, sondern gilt innerhalb des Unternehmens auch als Test, ob ein solches Produkt vom Markt angenommen wird. "Die Preise werden zuletzt festgelegt", sagte EnBW-Sprecher Klaus Wertel auf der CeBIT in Hannover. Als Tarifmodelle kämen eine volumenabhängige Abrechnung, eine Volumenpauschale und, sofern nachgefragt, eine Flatrate in Frage. Bei der Bandbreite strebt EnBW etwa 20-fache ISDN-Geschwindigkeit an. RWE wird am 1. Juli sein Powerline-Projekt in den Städten Essen und Mühlheim starten.

Die Hardware für EnBW-Powerline liefert Ascom, nachdem Siemens aus dem Projekt ausgestiegen ist. Bei den vorangegangenen Feldversuchen gelang es den Technikern trotz Frequenzstörungen und Spannungsschwankungen, die Daten- und Sprachübertragung sicherzustellen. "Technisch ist das kein Problem", betonte Wertel. Die Investitionskosten je Haushalt bezifferte er mit weniger als 1.000 Mark. Die Powerline-Hardware besteht aus einer Frequenzweiche und einem Spezialmodem mit bis zu vier Ausgängen. Im Strommnetz der Stadt Ellwangen installiert EnBW eine Einspeisestelle und etwa 80 Verstärker für die sichere Übertragung der hochfrequenten Signale. Die Daten werden mit 128 Bit verschlüsselt.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat nach EnBW-Angaben bislang keine allgemein gültigen Frequenzen für den Betrieb von Powerline freigegeben. Für Ellwangen besitzt der Energiekonzern jedoch eine Sondergenehmigung. (hod)