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Ende des Verbrennungsmotors: EU-Kommissarin sieht Revolution der Automobilindustrie

EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska sieht das Ende der Automobilindustrie in der bisherigen Form kommen. Die Autohersteller sollten sich schnell darauf einrichten, meint sie.

Ende des Verbrennungsmotors: EU-Kommissarin sieht Revolution der Automobilindustrie

Elżbieta Bieńkowska

(Bild: EU-Kommission, Archiv)

EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska ist sich sicher, dass die Ära der Verbrennungsmotoren zu Ende geht. "Es hat keinen Sinn mehr zu versuchen, den Verbrennungsmotor zu verbessern. Dies führte in die Sackgasse", sagte die für Binnenmarkt und Industrie zuständige Politikerin dem Tagesspiegel insbesondere im Hinblick auf die Dieseltechnik. Vor diesem Hintergrund habe die EU-Kommission auch vorvorige Woche ihr Mobilitätspaket in die Welt gesetzt.

Es seien ähnliche industrierevolutionäre Prozesse wie seinerzeit im Gange, als die Dampfmaschine abgelöst wurde, sagte Bieńkowska weiter. "Der Unterschied ist nur, dass es diesmal viel schneller geht. Der Umbruch wird nicht einmal die Zeit einer Generation in Anspruch nehmen. Wir werden ihn noch erleben." Die Industrie müsse sich darüber klar sein: Wenn sie nicht schnell genug sei, werde sie einen großen Teil des Geschäfts an die Konkurrenz außerhalb der EU verlieren.

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Die EU-Kommission hatte in ihrem Mobilitätspaket schärfere CO2-Grenzwerte für Pkw vorgeschlagen. Auf die Frage des Tagesspiegel, warum sie keine E-Auto-Quote vorsieht, sagte Bieńkowska, sie sei gegen alle planwirtschaftlichen Instrumente. "Ich halte auch nichts davon, den Diesel zu verbieten. Das wäre nicht im Sinne der Verbraucher." Stattdessen sollen die Hersteller über ein Anreizsystem dazu bewegt werden, besser bei den sauberen Autos zu werden.

Beim Thema Abgas-Skandal wies Bieńkowska darauf hin, dass die Kommission bereits vor zwei Jahren eine Reform der Typzulassung vorgeschlagen hatte. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Mitgliedsländer Verfehlungen der Hersteller ahnden. Die Kommissarin wolle den Vorschlag so schnell wie möglich umsetzen, doch sei es nicht zufriedenstellend, wie die Mitgliedstaaten mit dem Thema umgehen. Von VW gebe es noch keine befriedigende Antwort, wie der Konzern seine betroffenen Kunden entschädigen wolle. Es reiche nicht, die Autos in die Werkstatt zu rufen. (anw)

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