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Endgültiges Aus für Dreamcast

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Hatte Sega bislang Meldungen vom Ende der Dreamcast immer wieder – mehr oder minder heftig – dementiert, teilte Sega Japan nach Angaben verschiedener amerikanischer News-Dienste nun mit, die Produktion der Spielkonsole Ende März endgültig einzustellen.

Nachdem das Unternehmen vier Jahre in Folge Verluste eingefahren hat, will es sich zukünftig auf die Produktion von Software beschränken – ein Bereich, in dem Sega schon in der Vergangenheit große Erfolge verbuchen konnte. Zu den Systemen, für die Spiele entwickelt werden sollen, gehört neben Nintendos Gameboy Advance auch die Playstation 2 vom Konkurrenten Sony; Verhandlungen über Software für Nintendos Gamecube und Microsofts Xbox laufen.

Das erste Sega-Spiel für Playstation 2 soll "Crazy Taxi" sein, der von Acclaim Entertainment Ende April in den USA geplant ist. Für die Dreamcast will das Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten dreißig Spiele herausbringen.

Die Dreamcast-Konsolen werden nicht sofort aus den Geschäften verschwinden: Sega produziert bereits seit längerer Zeit mehr Spielkonsolen, als das Unternehmen tatsächlich verkauft. Um diese Restbestände zügig abzubauen, sollen die verbliebenen Konsolen für 100 statt 150 US-Dollar über den Ladentisch gehen. Sega Europe bestätigte den Produktionsstopp nicht direkt, sondern teilte auf Nachfrage lediglich mit, dass man das Unternehmen umstrukturieren werde. "In Zukunft wird sich das Unternehmen auf Videogames-Inhalte konzentrieren", erklärte Tina Sakowsky, Pressesprecherin von Sega Deutschland, gegenüber heise online. Sega Europe machte zudem klar, dass die zusammen mit Pace angekündigte Settop-Box mit Dreamcast-Fähigkeiten nur der Anfang war: Das Unternhemen werde die Dreamcast-Chipsätze zukünftig für eine ganze Palette von Geräten lizenzieren.

Verstärken will Sega auch seinen Einsatz als Lieferant von Spielen für Motorola-Mobiltelefone und Palm PDAs. "Mit dieser neuen Strategie erschließt Sega sich ein vollkommen neues Geschäftsfeld und setzt den Erträgen des Unternehmens keine Grenzen mehr", meint Sega Europe. (nij)