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Energiewende Kernthema der Hannover Messe

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In Hannover hat am Montag die weltgrößte Industrieschau begonnen. Mehr als 6500 Unternehmen und Verbände aus 65 Ländern zeigen auf dem Messegelände bis zum Freitag etwa 5000 Neuheiten. Die Hannover Messe steht 2011 ganz im Zeichen der Energiewende. Nach der Reaktorkatastrophe in Japan beschäftigen sich zahlreiche Veranstaltungen mit den Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Im Ausstellungsbereich und Forum "Energieeffizienz in Industriellen Prozessen" (Halle 15, Stand F35) soll die Bedeutung der Energieeffizienz für Industrie und Gewerbe für Kostensenkungen und den Klimaschutz verdeutlicht und die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Energieeffizienzprojekten demonstriert werden. Geschäftsführern, Entwicklern und Konstrukteuren werden Produkte und Verfahren zur Steigerung von Energieeffizienz präsentiert. Windkraft- und Ökostrom-Spezialisten sind auf der Messe vertreten, daneben stellen aber auch viele Anbieter konventioneller Energietechnik ihre Neuheiten vor. In Diskussionsforen geht es außerdem um die Zukunft der Kernenergie.

Weitere Schwerpunkte sind Elektromobilität, Automation und sowie Zulieferungs- und Produktionstechnik. In den Hallen 16 und 17 wird einer neue Robotergeneration präsentiert, die dank neuer Robotikmodule schnelle Produktwechsel ermöglichen und so auch für kleinere und mittlere Betriebe geeignet sein sollen.

Teil der Hannover Messe ist die MicroNanoTech (Hallen 2 und 6), auf denen sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentieren, die sich der Nanotechnologie widmen. Beispielsweise wird ein gläsernes Fahrzeugmodel gezeigt, an dem Anwendungesmöglichkeiten der Nanotechnologie im Bereich Auto und Mobilität demonstriert wird.

(Quelle: Deutsche Messe AG/Mhoch4 GmbH & Co. KG)

Eröffnung der Hannover Messe

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Premier des Partnerlands Frankreich, François Fillon, hatten die Messe am Sonntag eröffnet. Merkel verteidigte das Atom-Moratorium der Bundesregierung und rief zum rascheren Ausbau der erneuerbaren Energien auf. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel, mahnte mehr Investitionen in die dafür erforderlichen Technologien an. Die Maschinenbau- und Elektrotechnik-Branche rechnet trotz des Jahrhundert-Bebens zwar mit einer Fortsetzung des Aufschwungs. Bei einzelnen Lieferketten der stark vernetzten japanischen Wirtschaft drohen aber Engpässe.

Die Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sehen durch die Atomkatastrophe in Japan und dem Krieg in Libyen die mit der Euro-Schuldenkrise ohnehin schon vorhandenen Konjunkturrisiken gesteigert. Japan sei aber als Absatzland für die deutsche Industrie eher von geringer Bedeutung, das gelte auch für das Volumen der Zulieferungen. Nur bei sehr speziellen Teilen könne es Probleme geben – bisher gebe es beim VDMA aber noch keine Engpässe.

Die Auftragseingänge hätten im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent zugelegt, berichtete der Branchenverband VDMA. Dabei ziehe jetzt auch die Inlandsnachfrage an – mit einem um 40 Prozent gewachsenen Bestelleingang. Die Auslandsorder kletterten um 37 Prozent. Für 2011 erwartet der VDMA jetzt einen Anstieg der Produktion um 14 Prozent, bisher war mit 10 Prozent gerechnet worden. Im Umbau der Energieversorgung sehen die deutschen Maschinenbauer hervorragende Perspektiven. Dabei müsse es aber ein klares, parteiübergreifendes Konzept geben, die Industrie brauche langfristig gültige Investitionsbedingungen. Voraussetzung für einen erfolgreichen Umbau sei zudem ein beschleunigter Netzausbau. Auch das Thema Speicher werde an Bedeutung gewinnen. (anw)