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Energiewende: Wirtschaftsministerium beginnt Umfrage zu "Strom 2030"

Das von Sigmar Gabriel geführte Wirtschaftsressort hat ein "Impulspapier" zu langfristigen Trends für den Stromsektor veröffentlicht, das den "Energiemarkt 2.0" vorbereiten soll, und nimmt Kommentare dazu entgegen.

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Windkraft, Windenergie, Windrad, Energie

Das Bundeswirtschaftsministerium will ausloten, welche Weichen die Politik in den kommenden Jahren stellen sollte, um die Energiewende im Strombereich kostengünstig hinzubekommen. Es hat dazu am Freitag ein "Impulspapier Strom 2030 " veröffentlicht, das es als Startschuss für einen breiten Diskussionsprozess über die dringlichsten energiepolitischen Aufgaben erachtet.

Die Analyse skizziert auf Basis aktueller Studien langfristige Trends für den Sektor. Sie beschreiben etwa, wie Wind- und Solarstrom das Energiesystem zunehmend prägen, sukzessive zum wichtigsten Energieträger werden und die Stromversorgung dabei sicher und erschwinglich bleiben soll. Insgesamt sei ein "deutlich verringerter Energieverbrauch" nötig, was etwa in den Sektoren Wärme, Gebäude und Verkehr strukturelle Veränderungen erforderlich mache.

Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien schwanke meist mit dem Wetter, beschreiben die Autoren eine weitere Herausforderung. Daher gelte es, den "Strommarkt 2.0" konsequent zu vollenden, also das System etwa mit den umstrittenen intelligenten Zählern zu digitalisieren sowie flexibler und europäischer zu machen. Nur so könnten Erzeugung und Verbrauch ausgeglichen werden. Zudem müssten für einen erweiterten "Energiemarkt 2.0" der Regulierungsrahmen überprüft und die Wettbewerbsbedingungen für Wind- und Sonnenstrom im Wärme- und Verkehrsbereich gegenüber fossilen Energieträgern zur Diskussion gestellt werden. Auch Biomasse sei ergänzend verstärkt einzusetzen.

Die in den Szenarien erkennbaren Trends seien aber keine Selbstläufer, räumt das Wirtschaftsressort ein. Deshalb wolle man den Weg zum Ziel gemeinsam mit den Marktakteuren und der Öffentlichkeit festlegen. Stellungnahmen zu dem Papier könnten daher bis Ende Oktober an strom2030@bmwi.bund.de gemailt werden. Parallel holt das Haus von Sigmar Gabriel (SPD) innerhalb der gleichen Frist auch noch Meinungen zum "Grünbuch Energieeffizienz" ein. (Stefan Krempl) / (mho)

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