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Enttäuschung in Österreich nach UMTS-Versteigerung

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Politiker und Medien in Österreich haben enttäuscht auf die nach nur zwei Tagen beendete Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen reagiert. In der Tat lag das Auktionsergebnis von 11,44 Milliarden Schilling (1,63 Milliarden Mark) deutlich unter den Erwartungen. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen in einigen Nachbarländern war mit Einnahmen zwischen 20 und 70 Milliarden Schilling gerechnet worden. Verbotene Absprachen unter den sechs Bewerbern – darunter max.mobil, die 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom – hätten sich jedoch nicht nachweisen lassen, berichtete die österreichische Regulierungsbehörde Telekom Control als Veranstalter.

Infrastrukturminister Michael Schmid (FPÖ) gab der früheren Regierung die Schuld, weil die Versteigerung der Frequenzen für UMTS viel zu spät gekommen sei und dadurch "Milliarden Schilling" verloren worden seien. Finanzminister Karl Heinz Grasser (FPÖ) bedauerte zwar die geringen Einnahmen für seinen Staatshaushalt, fand aber doch etwas Positives. Da die sechs Unternehmen die Lizenzen so günstig erhalten hätten, besäßen sie jetzt mehr Geld für einen schnellen Netzaufbau, was Österreich zu einem Standortvorteil gereiche.

Die "als Sonderangebot über den Ladentisch gegangenen" UMTS- Frequenzen bewirken nach Ansicht einiger heimischer Finanzexperten aber auch Positives. Der am vergangenen Donnerstag unter viel Skepsis gestartete Börsengang der staatlichen Telekom Austria dürfte damit eher ein Erfolg werden. Denn die Privatisierung dieses Unternehmens wurde nicht durch hohe Verbindlichkeiten ihrer Tochter Mobilkom bei der UMTS-Versteigerung belastet.

Nach ersten vorsichtigen Informationen aus den Banken soll das als Volksaktie geplante Telekom-Papier sich bereits zu einem Renner entwickeln. Der Staat hatte mit einem fünfprozentigen Abschlag für Kleinanleger auf die ohnehin günstig angebotene Aktie auch einen Anreiz geboten. Die Stunde der Wahrheit für diesen größten Börsengang in der Geschichte Österreichs kommt aber erst am 21. November. Dann steht dieser Wert in Wien und New York erstmals auf dem Kurszettel. (Thomas Brey, dpa) (jk)