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Entwickler zieht Smartphone-Spiel "Flappy Bird" zurück

Trotz Spitzenplatz in den iOS- und Android-Charts hat Programmierer Dong Nguyen sein frustrierendes Hitspiel offline genommen. Der Erfolg sei ihm zu viel geworden, schrieb er auf Twitter.

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Es ist ein außergewöhnlicher Fall: Das zuletzt populärste Smartphone-Spiel für iOS und Android, "Flappy Bird", ist von seinem Entwickler vom Markt zurückgezogen worden – und zwar angeblich, weil es zu erfolgreich geworden sei. "Ich kann einfach nicht mehr", schrieb Dong Nguyen beim Kurznachrichtendienst Twitter. Am Sonntagabend verschwand das Game wie angekündigt – obwohl es erst kurz zuvor ein Update erhalten hatte. Der Entwickler verzichtet damit auf potenzielle zukünftige Einnahmen: "Flappy Bird" habe zuletzt Werbeerlöse von 50 000 Dollar pro Tag eingebracht, sagte er vergangene Woche dem Technik-Blog The Verge. Ansonsten war der Titel gratis angeboten, auch In-App-Verkäufe gab es nicht.

Nutzer, die das Spiel bereits heruntergeladen haben, können es weiter spielen. Bei "Flappy Bird" geht es darum, einen Vogel durch Lücken zwischen grünen Rohren durchfliegen zu lassen. Das Spiel ist in uralter 8-Bit-Optik gehalten und ist ungewöhnlich schwierig in der Steuerung. Es hatte zwischenzeitlich Gerüchte gegeben, wonach sich ein Spielehersteller, beispielsweise Nintendo, wegen der an "Super Mario" erinnernden Optik beschwert haben könnte. Nguyen betonte auf Twitter, dass dies nicht der Fall sei. Er habe zudem nicht vor, den Titel zu verkaufen.

"Flappy Bird": Frustrierend, aber beliebt.

(Bild: Hersteller)

Der Weg des Spiels an die Spitze der App-Charts war untypisch: Es erschien bereits im Frühsommer 2013 und fand zunächst so gut wie keine Beachtung. Zum Jahresende wurde es plötzlich immer häufiger heruntergeladen und stieg in den Ranglisten nach oben, danach befeuerten Medienberichte über den Überraschungserfolg die Downloads weiter. Der steile Aufstieg warf Fragen auf. So vermutete App-Entwickler Carter Thomas in einem Blogeintrag, automatisierte Downloads könnten "Flappy Bird" nach oben gehievt haben. Der vietnamesische Entwickler Nguyen konterte solche Vorwürfe mit dem Gegenargument, Apple etwa würde einem Tricks dieser Art nicht durchgehen lassen.

Es bleibt unklar, ob der Rückzug von "Flappy Bird" nur ein PR-Stunt ist. Ein zweiter Twitter-Account, der dem von Nguyen ähnelt, behauptet, das Spiel komme wieder. Beobachter halten "@dongatory_" allerdings für eine Fälschung. Unterdessen versuchen andere Entwickler, als Trittbrettfahrer von dem Erfolg zu profitieren: In den Download-Plattform tauchten verschiedene Spiele mit ähnlichen Namen von "Flappy Plane" bis "Flappy Penguin" auf. Auf Twitter versammeln sich mittlerweile unter dem Hash-Tag #dontdeleteflappybird unzählige User, die das endgültige Aus für das Spiel verhindern möchten – Ngyen will sich davon allerdings wohl nicht beeinflussen lassen. (mit Material von dpa) / (bsc)

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