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Entwicklung von Echtzeit-Linux gefährdet: OSADL sucht Hilfe

Der Hauptentwickler des RT-Trees arbeitet neuerdings nur noch in seiner Freizeit an den Realtime-Patches für Linux. Das OSADL bemüht sich daher darum, die Entwicklung der Kernel-Erweiterung in Zukunft zu finanzieren.

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RT-Linux spielt unter anderem bei Maschinensteuerungen eine Rolle

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Das Open Source Automation Development Lab (OSADL) hat den mit Realtime-Patches erweiterten Linux-Kernel 3.12 für produktionsreif erklärt. Parallel dazu hat das in Deutschland ansässige Konsortium darauf hingewiesen, dass finanzielle Unterstützung erforderlich ist, um die Echtzeit-Erweiterungen für den Linux-Kernel am Leben zu erhalten.

Die seit vielen Jahren im RT-Tree entwickelten Patches, mit denen der Linux-Kernel Echtzeit-Ansprüche erfüllen kann, müssen immer wieder auf neue Kernel-Versionen portiert werden. Diese Pflege und die allgemeine Weiterentwicklung wurde bisher im Rahmen individueller Projekte finanziert. Die Unterstützung auf diesem Weg hat allerdings nachgelassen, wie Thomas Gleixner bereits seit einer Weile klagt; die treibende Kraft hinter der Entwicklung der Echtzeit-Erweiterungen hat daher im Sommer die Arbeitszeit reduziert, die er in den RT-Tree steckt. Auf einem Entwicklertreffen vor einem Monat folge der nächste Schritt: Gleixner kündigte an, die Arbeit am RT-Tree zu einem Freizeitprojekt zurückzustufen, wie LWN.net berichtet.

Das OSADL will helfend einspringen, denn es sieht die "unabhängige und langfristige Unterstützung von Echtzeit­ Linux" als eine ihrer Kernaufgaben an. Man könne aus dem laufenden Haushalt ungefähr die Hälfte der Mittel bestreiten, um die Realtime-­Patches weiter zu pflegen.

Das Konsortium, das sich dem Einsatz von Open-Source-­Software in der Industrie auf die Fahnen geschrieben hat, sucht jetzt nach neuen Mitgliedern und weiteren Geldquellen, um die andere Hälfte zu bestreiten. Ferner sucht das OSADL nach weiteren Mitteln, um die im RT-Tree enthaltenen Realtime-Erweiterungen in den offiziellen Kernel einzubringen; das soll die Pflege erleichtern, die damit verbundene Kosten reduzieren und verhindern, das lediglich der Status Quo aufrechterhalten wird. Das Konsortium ruft insbesondere Unternehmen zu Beiträgen auf, die die Realtime-Erweiterungen in ihren (Industrie-)Produkten einsetzen.

Details erläutert eine Mitteilung. Mit ihr verleiht das OSADL dem Echtzeit­-Kernel 3.12 die Einstufung "Latest Stable" und damit die Produktionsreife, nachdem sich dieser Kernel in Test-Läufen des Konsortiums bewährt hat. Bei den Entwickler hinter dem RT-Tree heißt diese Kernel-Reihe "3.12-rt" und ist neben 3.2-rt, 3.4-rt, 3.10-rt und 3.14-rt eine der Kernel-Reihen, die als "3.x stable RT tree" gewartet werden. Hier ist das "stable" keine OSADL-Einstufung, sondern eine Auszeichnung der RT-Entwickler. (thl)