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Entwicklungsexperten: Telekommunikation ist für arme Länder wichtig

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Der Zugang zu modernen Kommunikationstechnologien und zum Internet ist nach Expertenmeinung wichtig für die Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern. Als Beispiel nannte die Präsidentin der von der Weltbank gegründeten Development Gateway Foundation, Mamphela Ramphele, am Montag in Bonn ein Telefonprojekt in Bangladesch. Dort können Frauen mit Kleinkrediten Mobiltelefone kaufen und dadurch zur Telefonstation für ihr Dorf werden. Bauern können sich auf diesem Weg über aktuelle Agrarpreise informieren.

Bei einer Konferenz zum Thema Telekommunikation und Armutsbekämpfung auf dem Petersberg bei Bonn sagte Ramphele, die Vorteile dieser Technologien könnten das Leben vieler armer Menschen auf der Welt verbessern. Das Projekt in Bangladesch erhielt den mit 100.000 Euro dotierten Petersberg-Preis 2004. Es war vom Gründer der Grameen Bank, Muhammad Yunus, entwickelt worden. Seine Bank vergibt Kleinkredite, vor allem an Frauen, die sich mit dem Geld selbstständig machen. Dörfer ohne Elektrizität wurden mit Solar-Mobiltelefonen ausgerüstet. Inzwischen gibt es rund 60.000 Telefonistinnen, die in ihren Dörfern Telefondienste anbieten.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) hob die Bedeutung solcher lokalen Hilfsprojekte hervor. Globale Probleme wie Armut ließen sich nicht nur global lösen, betonte Steinbrück. Auch direkt vor Ort müssten die Bedürfnisse der Menschen analysiert werden. Das Land NRW ist neben der Development Gateway Stiftung und der Deutschen Telekom Veranstalter des internationalen Kongresses.

Bei dem 2. "Development Gateway Forum" diskutieren Vertreter aus Politik und Wirtschaft, wie mit Hilfe von Kommunikationstechnologie Armut bekämpft werden kann. Die Ergebnisse der Debatten sollen in einen Aktionsplan einfließen, der so genannten Petersberg-Deklaration. Diese soll helfen, dass auch Menschen in den ärmsten Regionen der Welt künftig verstärkt an der Informationstechnologie teilhaben können. (dpa) / (jk)