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Erdähnlich oder nicht: NASA-Sonde Kepler findet zwei Planetenklassen

Dank des immensen Katalogs von Exoplaneten, den die NASA-Sonde Kepler seit Jahren füllt, haben Forscher herausgefunden, dass die Natur kleine Planeten in zwei Größen bevorzugt. Die Ergebnisse haben Auswirkungen auf die Suche nach Leben.

Erdähnlich oder nicht: NASA-Sonde Kepler findet zwei Planetenklassen

Fest oder gasförmig – Kepler gibt entscheidende Hinweise

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Astronomen sind möglicherweise einem grundlegenden Charakteristikum vergleichsweise kleiner Planeten auf die Spur gekommen, das nicht nur bei der Suche nach erdähnlichem Leben helfen könnten. Wie Benjamin Fulton vom California Institute of Technology (Caltech) am Montag erklärte, scheint die Natur die Entstehung von Gesteinsplaneten zu begünstigen, die höchstens 75 Prozent größer sind als unsere Erde, oder Gasplaneten von etwa zweieinhalbfacher Erdgröße. Dazwischen gebe es vergleichsweise wenige, was durch die Entstehungsprozesse begründet sein könnten. Fulton erläuterte das parallel zur jüngsten Bilanz der Kepler-Mission, die mehr als 200 neue mögliche Exoplaneten in die Kataloge schwemmte, darunter auch 10 erdähnliche in der habitablen Zone ihres Sterns.

Wie Fulton ausführte, hatten bisherige Zählungen eine relativ gleichbleibende Verteilung der Exoplaneten bezüglich ihrer Größe gegeben, zumindest für alle, die weniger als drei Mal so groß sind wie die Erde. Größere Exoplaneten gab es – zumindest im Kepler-Katalog – dann immer weniger. Die Statistik beruhte aber nur auf relativ ungenauen Daten zur Größe der jeweiligen Sterne, die von den Exoplaneten umkreist werden. Deswegen habe man über fünf Jahre lang mehr als 1300 dieser Sterne mit dem W. M. Keck Observatory in Hawaii deutlich präziser vermessen und darüber auch die Größe ihrer Exoplaneten viel genauer bestimmen können. Danach habe sich eine deutlich ungleichere Verteilung ergeben, die Grundlegendes über die Planetenentstehung verraten könnte.

Mit den Daten lassen sich Exoplaneten besser klassifizieren: So gibt es offenbar viele Supererden – Gesteinsplaneten, die leicht größer sind als die Erde – und Mini-Neptune, also Gasplaneten die etwas kleiner sind als Neptun. Danach folgten dann die Gasriesen, wie etwa Jupiter. Ob ein Exoplanet bei seiner Entstehung zur Supererde oder zum Mini-Neptun wird, hänge entscheidend von der Menge an Gasen ab, die er einsammelt. Schon leichte Unterschiede dabei bestimmen den Pfad. Das bedeutet auch, dass sich Forscher auf der Suche nach Plätzen für erdähnliches Leben im All auf die Supererden beschränken können, da die vergleichsweise wenig größeren Mini-Neptune keine feste Oberfläche haben.

Die NASA-Sonde Kepler sucht seit 2009 nach Planeten um andere Sterne und ist dabei immens erfolgreich. Zum stetig wachsenden Katalog an Exoplaneten-Kandidaten – die noch nicht bestätigt wurden – hat Kepler nun mehr als 4000 beigetragen. Mehr als 2333 davon wurden bereits bestätigt. Außerdem hat Kepler nun rund 50 Exoplaneten entdeckt, die etwa die Größe unserer Erde haben – damit als erdähnlich gelten – und in der habitablen Zone ihres Sterns kreisen, in der flüssiges Wasser auf ihrer Oberfläche vorkommen kann. Das ist eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben, wie wir es kennen. Mehr als 30 dieser Exoplaneten seien bereits bestätigt, erklärte die NASA.

(mho)

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