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Erdogan: Aus für Uber in der Türkei

In der Türkei dürfte der Uber-Fahrdienst bald Geschichte sein. Präsident Erdogan springt protestierenden Taxifahrern zur Seite und will den Dienst austrocknen.

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Uber

(Bild: dpa, Eric Risberg)

Die Uber-App soll in der Türkei nicht mehr angeboten werden. Das hat der türkische Staatspräsident Tayyip Erdogan in einer Rede am Freitag angekündigt. "Dieses Geschäft ist vorbei. Es existiert nicht mehr", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Präsidenten. Der Fahrdienstvermittler Uber dürfte damit seinen Dienst in der Türkei einstellen müssen.

Ungeliebte Konkurrenz

Erdogan unterstütze mit seiner Ankündigung allein in Istanbul etwa 17.400 Taxifahrer. Sie hätten sich vehement gegen die Konkurrenz durch Uber, das seit 2014 in der Türkei vor allem in Istanbul und in den Urlaubsmonaten in Bodrum und Cesme aktiv ist, ausgesprochen. Immer wieder gäbe es auch einzelne Übergriffe gegen Uber-Fahrer durch reguläre Taxifahrer. Die Taxifahrervereinigung hätte dem Bericht von Reuters zufolge bereits Gerichte angerufen, um eine Entscheidung gegen die ungeliebte Konkurrenz herbeizuführen. Sie werfen dem Unternehmen vor, nicht die erforderlichen Genehmigungen zum Betrieb des Fahrdienstes in der Türkei zu besitzen. Bereits im Mai hatte die Regierung die Strafen für private Fahrer erhöht, die größere Fahrzeuge ohne Lizenz als Taxis betreiben.

Nach Angaben von Uber sollen etwa 2000 Fahrer die Uber-App benutzen, um darüber Fahrgäste zu finden. Etwa 5000 Fahrer arbeiten in der Türkei für UberXL. Sie transportieren in größeren Vans und SUVs meist Personengruppen und deren Gepäck und pendeln vorzugsweise zwischen dem Flughafen Istanbul und der Innenstadt.

Anti-europäische Haltung

Als Reaktion auf die Rede Erdogans sollen sich auf dem privaten Anwesen Erdogans mehrere Dutzend Taxifahrer eingefunden haben, um den Präsidenten zu unterstützen. Erdogan hatte in seiner Rede auch eine anti-europäische Haltung eingenommen und Uber als europäische Entwicklung bezeichnet. "Wir haben unser eigenes Taxi-System. Wo kommt dies [Uber] her? Es wird in Europa genutzt, das ist mir egal. Wir entscheiden selbst!"

Eine offizielle Reaktion von Uber auf die Ankündigung Erdogans steht noch aus. (olb)

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