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Erfinder und "Dübel-König" Artur Fischer stirbt mit 96 Jahren

Der Dübel war sein Markenzeichen. Doch das war nur eines von mehr als 1100 Patenten wie zum Beispiel auf den Synchron-Blitz. Erfinder Artur Fischer galt nicht nur als Dübel-, sondern auch Patente-König, der noch bis ins hohe Alter tüftelte.

Artur Fischer

Artur Fischer

(Bild: fischer.de)

Der Dübel-Erfinder Artur Fischer ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 96 Jahren in Waldachtal im Schwarzwald, wie die Fischerwerke am Freitag mitteilten. Fischer sei nach einem erfüllten Leben "im Kreise seiner Familie friedlich zu Hause eingeschlafen". Weltweit bekanntgeworden war Fischer mit seinen Kunststoff-Dübeln und dem Baukasten "Fischertechnik". Mehr als 1100 Patente und Gebrauchsmuster hat er in Deutschland angemeldet, darunter das Blitzlicht für Fotoapparate.

Der mit zahlreichen Ehrungen bedachte Unternehmer und Förderer junger Erfinder wurde am 31. Dezember 1919 in Waldachtal-Tumlingen geboren, dort lebte er auch bis zum Schluss. Nach Realschulabschluss, Schlosserlehre und Krieg ermöglichte ihm die Erfindung des Synchron-Blitzes den Aufbau einer eigenen Firma, die er 1948 in seiner Schwarzwald-Heimat gründete.

Zehn Jahre später gelang ihm mit dem Dübel der nächste Coup. Fischer schuf auch Stahlanker, Bohrgeräte und zementgebundene Befestigungen.

Auch im hohen Alter machte er sich noch Gedanken über neue Entwicklungen. Das Europäische Patentamt zeichnete ihn 2014 mit dem Erfinderpreis in der Kategorie Lebenswerk aus.

Die Erfolgsquote der Erfindungen sei hoch gewesen, sagte Fischer 2007 der Technology Review. "Wir haben sehr wenige Flops gehabt – zum Beispiel eine Eierköpfmaschine. Wir haben einen ganz tollen Apparat gehabt, das war ein federbetätigtes Schlagmesser. Aber wissen Sie was? Die Eier waren nicht gleich groß. Bei großen Eiern hat das Ding die Eier in der Mitte durchgeschlagen und bei kleinen sind sie drüber weggeflutscht."

"Ganz wichtig sind Partner – und Vertrauen", sagte Fischer einmal in einem Interview mit der dpa über seinen Erfolg. "Ich hatte immer Partner, die mir vertraut haben, die mich mit Ideen und Geld unterstützt haben."

Und wie kam er auf seine Erfindungen? "Indem man ein Defizit erkennt", meinte Fischer. "Zweite Voraussetzung ist, dass man sich in ein Thema einlebt, das man nicht kennt." So sei es auch bei seiner wohl wichtigsten Erfindung gewesen, dem Dübel.

Sein Familienunternehmen hat heute mehr als 40 Tochtergesellschaften in 32 Ländern, über 4100 Beschäftigte und einen Umsatz von knapp 661 Millionen Euro pro Jahr. Seit 1980 führt Sohn Klaus die Geschäfte. "Artur Fischer widmete sich danach seiner Leidenschaft als Erfinder und entwickelte viele neue Produkte für das Unternehmen", so die Fischerwerke.

Fischer wurde am Freitagmorgen im engsten Familienkreis in Waldachtal-Tumlingen beerdigt. "Die Unternehmensgruppe Fischer trauert und gedenkt Prof. Artur Fischer mit Respekt und Dankbarkeit", heißt es in der Mitteilung der Fischerwerke.

Auch der Ort trauert: "Wir verlieren mit ihm unseren Ehrenbürger und einen echten Unternehmer und Erfinder, der unsere Gemeinde weltweit bekanntgemacht hat", sagte ein Vertreter des 5700-Einwohner-Ortes Waldachtal am Freitag.

Lesen Sie dazu das Interview mit Artur Fischer mit Technology Review aus dem Jahr 2007:

(mit Material der dpa) / (anw)

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