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Erfinder von Spider-Man, Iron Man, Hulk und und und: Stan Lee ist tot

Als Miterfinder Dutzender weltbekannter Comic-Figuren hat Stan Lee dem Comic in den USA zur Auferstehung verholfen. Nun ist er im Alter von 95 Jahren gestorben.

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Erfinder von Spiter-Man, Iron Man, Hulk...: Stan Lee ist tot

Stan Lee

(Bild: Marvel Entertainment)

Stan Lee, der bekannte US-Comicbuchautor und Miterfinder von Figuren wie Spider-Man, Hulk und den X-Men ist im Alter von 95 Jahren in Los Angeles gestorben. Das berichtet die US-Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf den Anwalt von Lees Tochter. In seiner langen Laufbahn hatte Stan Lee entscheidenden Anteil an der Entwicklung des US-amerikanischen Comics insgesamt und war auch einer der Grundsteinleger für die äußerst erfolgreiche Adaption vieler Marvel-Helden für die Kinoleinwand im Rahmen des ambitionierten Marvel Cinematic Universe.

Lee hielt den Comic für eine Kunstform, schreibt AP und erinnert an ein Interview des Künstlers aus dem Jahr 2006. Damals hatte er gesagt, für ihn seien Comics "Märchen für Erwachsene". Zwar werde man irgendwann zu alt, um Märchen zu lesen, aber die Liebe dafür lasse man nie hinter sich. Zusammen mit den Zeichnern Jack Kirby und Steve Ditko hat er eine fast nicht zu überschauende Reihe von Comicfiguren geschaffen, die dem Genre in den USA nach den frühen Erfolgen in den 1930er Jahren zu einer Renaissance verhalfen. Die von ihm geprägte Ära in den 1960er Jahren ging als das silberne Zeitalter der Comicbücher in die Geschichte ein.

Damals schuf Lee einigen Berichten zufolge über einen Zeitraum von zehn Jahren ein neues Comicbuch pro Tag. "Irgendwas lag in der Luft und ich konnte nichts falsch machen", erinnerte er sich gegenüber AP. Stan Lee war damals an der Entstehung der Fantasic Four, von Spider-Man, Iron Man, Doctor Strange, Hulk, Black Panther und der X-Men beteiligt. Auch für Ant-Man und Thor war er mitverantwortlich. Damit legte er den Grundstein für den immensen wirtschaftlichen Erfolg des Marvel-Verlags, der mit der Verfilmung der Stoffe seit der Jahrtausendwende noch einmal in neue Sphären vorstoßen konnte. Geradezu Kult wurden Lees Gastauftritte in den Filmen, die auf seinen Helden beruhen.

Lee war als Sohn rumänischer Einwanderer am 28. Dezember 1922 in New York geboren und auf den Namen Stanley Martin Lieber getauft worden. Nach der Highschool arbeitete er wenige Wochen für Timely Comics, bevor wichtige Kollegen kündigten und er die Verantwortung fürs Kreative bekam. In einer Epoche, in der Comics in den USA heiß diskutiert und von Politikern verteufelt wurden, gab er seinen Superhelden dann Schwächen mit auf den Weg und machte sie menschlicher als die Supermans und Batmans, mit denen alles angefangen hatte. Auch er selbst war vor solchen Schwächen nicht gefeit und zerstritt sich mit Kirby und Ditko. Diese Differenzen wurden erst viel später beigelegt. Steve Ditko war erst vor wenigen Monaten gestorben.

Kurz nach Bekanntwerden von Stan Lees Tod zollte ihm bereits die Oscar-Akademie auf Twitter Tribut: "Heute haben wir einen wahrhaften Superhelden verloren". "Stan Lee, Danke dir für alles", schreibt der Komiker Seth Rogen. Lee habe Menschen, die sich anders fühlten, das Gefühl gegeben, sie seien etwas Besonderes. "Du warst und wirst für immer ein Superheld sein", schrieb die Schauspielerin Jamie Lee Curtis. (mho)

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