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Erforschung der Tiefsee: Deutsches Team absolviert Finale beim Xprize

Das einzige deutsche Team in der Endrunde des Wettbewerbs Xprize um die Erforschung der Tiefsee hat seinen Finallauf absolviert. Es gibt vier Konkurrenten.

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Erforschung der Tiefsee: Deutsches Team absolviert Finale beim Xprize

(Bild: Fraunhofer IOSB)

Sie wollen den Meeresgrund schnell und vollautomatisch vermessen – dem Sieger winkt ein Millionen-Preisgeld. Forscher des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) kämpfen als einziges deutsches Team in der Endrunde des internationalen Forschungswettbewerbs Shell Ocean Discovery Xprize. Dafür schickten sie am Wochenende fünf eigens konstruierte Tauchdrohnen in die See vor der griechischen Küste in der Region Kalamata. Die kleinen U-Boote mussten innerhalb von 24 Stunden 250 Quadratkilometer Meeresgrund vollautomatisch kartieren – in 4000 Meter Tiefe.

"Wir sind mit der Mechanik und Elektronik unserer Drohnen hochzufrieden", sagte Teamleiter Gunnar Brink am Montag. Die Vorbereitungen seien aber wegen schlechten Wetters und Problemen beim Transport der Geräte zum Startpunkt unerwartet schwierig gewesen. Hohe Windgeschwindigkeiten, schlechte Sicht und hohe Wellen hatten mehrfach den Start der Tauchdrohnen, die vom Ufer aus losgeschickt wurden, vermasselt. Die letzte Drohne war erst am späten Sonntagabend zurückgekehrt. "Es waren widrige Umstände", sagte Brink.

Angetreten waren 32 Teams; 21 schafften es im vergangenen Jahr ins Halbfinale und neun ins Finale – davon haben vier inzwischen aufgegeben. "Selbst wenn wir jetzt letzter werden sollten, sind wir fünftbester", sagte Brink. Das Rennen sei offen. Die Daten für die Meeresboden-Karte sammelten die kleinen U-Boote mithilfe von Schallwellen. Die Wissenschaftler hatten mit einem Budget von 3,3 Millionen Euro zweieinhalb Jahre für den Wettbewerb getüftelt.

Der aktuelle Xprize soll Technik fördern, mit der die Tiefsee erforscht werden kann. Der Wettbewerb wird regelmäßig von der Xprize Foundation ausgelobt. Die Sponsorengelder zahlen wechselnde Unternehmen. Der Grund des Meeres gehört zu den am wenigsten erforschten Gebieten der Welt. Mit dem Finallauf des deutschen Teams ist das Finale noch nicht beendet. Zwei Teams steht er noch bevor. Ein Sieger wird im Frühjahr 2019 gekürt.

Den XPrize gibt es seit dem Jahr 1994. In den Wettbewerben geht es immer um verschiedene Herausforderungen: Etwa um die beste Lösung, ölverschmutztes Meereswasser zu reinigen oder darum, besonders saubere Fahrzeuge zu entwickeln. (mho)