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Ergonomische Tastatur kippt wieder nach hinten

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Tippen PC-Anwender lange ununterbrochen auf einer Standardtastatur, ziehen sich einige von ihnen schnell eine Sehnenscheidenentzündung zu. Die gerade Tastenanordnung der meisten Tastaturen zwingt den Benutzer, die Hände nach außen zu drehen. Meist laden Kippfüße auf der Hinterseite dazu ein, das Handgelenk zusätzliche nach oben zu biegen -- auch dies nicht gerade eine natürliche Haltung.

Ein Jahr vor Windows 95 brachte Microsoft die erste ergonomische Tastatur für den Massenmarkt in die Läden. Das Design sah aus wie eine Standardtastatur nach einem kurzen Aufenthalt in der Mikrowelle. Über eine Wippe kippte das Natural Keyboard ergonomisch korrekt nach hinten, statt nach vorne. Der Nachfolger Natural Keyboard Elite klappte wieder in die Gegenrichtung -- insbesondere wegen der Handballenauflage keine gute Idee. Dieses Prinzip behielten auch die Nachfolger bei, das Natural Keyboard Pro und das Natural Multimedia Keyboard.

Sieht von der Seite aus wie ein Startblock beim 100-Meter-Rennen: Das Natural Ergonomic Keyboard 4000 von Microsoft

Beim neuen Natural Ergonomic Keyboard 4000 wählt Microsoft die goldene Mitte: der Tastatur liegt eine anklemmbare Stütze für den Vorderbereich bei. Die Handballenauflage wurde mit Kunstleder überzogen; von der Farbgebung orientiert sich die neue Ergotastatur am schon länger erhältlichen Digital Media Pro Keyboard.

Auch sonst macht Microsoft einiges wieder gut: Die seit der Elite-Version auf halbe Länge geschrumpften Funktionstasten sind wieder etwas größer geworden, die Anordnung der Positionierungstasten orientiert sich wieder am traditionellen Tastatur-Layout. Beim Natural Multimedia Keyboard hatte Microsoft die Anordnung von Einfg, Entf, Pos1, Ende und der Bildlauftasten umgewürfelt, was viele Anwender verärgerte. Dem Natural Ergonomic Keyboard 4000 hat Microsoft über dem Nummernblock sogar vier neue Tasten spendiert: Klammern, Gleichheitszeichen und eine zweite Rückschrittaste. Der zweigeteilte Hauptbereich der Tastatur schwingt nach beiden Seiten abwärts und erinnert an das kuhlenförmigen Design der ergonomischen Kinesis-Tastaturen.

Sehnenscheidenentzündungen entwickeln sich oft zu einem chronischen Leiden; ergonomische Tastaturen lindern in diesen Fällen nur die Symptome. Die Aufteilung der Tastatur in zwei Blöcke bedeutet jedoch, dass Anwender gezwungenermaßen auf ein Zehnfingersystem umstellen müssen. Viele scheuen diesen Schritt, zumal wenn sie mit dem Adler-Such-System bereits eine beachtliche Tippgeschwindigkeit erreichen. Wer sich nicht an das Zehnfingersystem gewöhnen mag, findet vielleicht am Comfort Curve Keyboard 2000 Gefallen: Hier ist die Tastenanordnung nur leicht geschwungen, nicht aber zweigeteilt.

Das Natural Ergonomic Keyboard 4000 soll um die 50 Euro kosten, das Comfort Curve Keyboard 2000 etwa 20 Euro. Zudem bringt Microsoft im September eine passende optische Maus auf den Markt; die Comfort Optical Mouse 3000 soll 25 Euro kosten. Alle drei Geräte funktionieren laut Hersteller sowohl unter Windows als auch unter Mac OS X ab Release 10.2. (ghi)

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