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Ericsson-Hardware: Abgelaufenes Zertifikat führte zu Netzausfällen

Millionen Mobilfunkkunden in Großbritannien und Japan waren ohne Netz, weil die Software einer zentralen Netzkomponente nicht mehr mitspielte.

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Ericsson-Hardware: Abgelaufenes Zertifikat führte zu Netzausfällen

(Bild: Pixabay/heise online)

Ein Fehler in Netzwerkkomponenten des schwedischen Ausrüsters Ericsson hat in der vergangenen Woche für den Ausfall des mobilen Internets bei einigen großen Mobilfunknetzbetreibern geführt. Während die drei deutschen Netze nach Angaben der Betreiber nicht betroffen waren, führte der Fehler beim britischen Anbieter O2 zu einem Totalausfall des mobilen Internets, der von Donnerstag bis Freitag andauerte. Auch der japanische Mobilfunkanbieter Softbank hatte einen Ausfall zu verzeichnen.

Grund für die Probleme war offenbar die Software einiger Ericsson-Switches, die in den Kernnetzen der Anbieter im Einsatz sind. Zwei bestimmte Versionen der Software für die SGSN–MME (Serving GPRS Support Node – Mobility Management Entity) seien fehlerhaft gewesen, teilte Ericsson mit. Die betroffenen Versionen seien zurückgezogen worden. Auslöser war demnach ein abgelaufenes Zertifikat in diesen Software-Versionen. SGSN–MME ist eine Kernkomponente der LTE-Architektur.

Von dem Ausfall in Großbritannien waren rund 30 Millionen Kunden betroffen. O2 ist nach EE der zweitgrößte Mobilfunkanbieter auf der Insel mit 25 Millionen Kunden. Dazu kommen noch die Kunden der MVNO, die das O2-Netz benutzen. In Japan waren knapp 40 Millionen Kunden von Softbank und Y!mobile betroffen. Durch den Ausfall von LTE kam es auch zu Überlastungen in den UMTS-Netzen. Die deutschen Netzbetreiber Telefónica, Telekom und Vodafone hatten nach eigenen Angaben keine Ausfälle zu beklagen.

Laut Ericsson waren nur eine Handvoll Kunden davon betroffen. Bestätigen will der Ausrüster nur die Probleme bei O2 UK und Softbank. Laut einer Stellungnahme des japanischen Netzbetreibers Softbank waren insgesamt Netzbetreiber in elf Ländern betroffen. Der Ausrüster sieht sich nun mit Schadensersatzforderungen seiner Kunden konfrontiert. (vbr)