Ericsson: rasanter Anstieg des mobilen Datenverkehrs

Die Zahl der Mobilfunk-Verträge liegt laut dem Netzwerkausrüster derzeit weltweit bei rund 5,8 Milliarden; die Zahl der Verträge für mobile Breitbandzugänge ist den Schätzungen zufolge binnen eines Jahres um 60 Prozent auf jetzt 900 Millionen gestiegen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Die Anzahl der Mobilfunkverträge in den einzelnen Regionen der Welt im 3. Quartal 2011

(Bild: Ericsson)

Der Datenverkehr im mobilen Internet wird nach Einschätzung des Netzausrüsters Ericsson bis zum Jahr 2016 auf das Zehnfache ansteigen. Die Zahl der Mobilfunk-Verträge liege derzeit weltweit bei rund 5,8 Milliarden; Ericsson schätzt dabei die eigentlich Zahl der Mobilfunknutzer auf 3,9 Milliarden, da viele Anwender mehrere Mobilfunkverträge abgeschlossen hätten, etwa für Smartphone und Notebook oder Tablet. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der abgeschlossenen Mobilfunkverträge um 13 Prozent gestiegen.

Die Zahl der Verträge für mobile Breitbandzugänge ist den Schätzungen zufolge binnen eines Jahres um 60 Prozent auf jetzt 900 Millionen gestiegen. Die Abdeckung durch Breitband-Mobilfunknetze erfasse mittlerweile 40 Prozent der Weltbevölkerung. Bis 2016 werde die Zahl der Breitband-Mobilfunkverträge auf 5 Milliarden hochschnellen, erklärte das Unternehmen. Haupttreiber der Entwicklung seien vor allem Video-Dienste. Grundlage für die Prognosen sind Messungen des weltweiten Datenverkehrs, die Ericsson nach eigenen Angaben über mehrere Jahre hinweg in aktiven Mobilfunknetzen durchführte. Als mobilen Breitbandzugang zählt Ericsson alle Zugänge, die mindestenstens CDMA2000 EV-DO, HSPA, LTE, Mobile WiMAX oder TD-SCDMA nutzen.

Die prognostizierte Entwicklung von Sprach- und Datentraffic in Mobilfunknetzen bis 2016

(Bild: Ericsson)

Die mobile Breitbandnutzung über Smartphones und Tablet-Computer sowie die Popularität mobiler Anwendungen werden laut der von Ericsson durchgeführten Studie "Traffic and Market Data Report" die Menge der übertragenen Daten weiter in die Höhe treiben. Der Datenverkehr, der durch Smartphones erzeugt wird, dürfte der Prognose zufolge bis 2016 auf das Zwölffache steigen und in etwa dem Volumen gleichkommen, das Nutzer mobiler Rechner generieren.

"Die Messergebnisse helfen uns dabei, die eigenen Produkte effizienter zu gestalten und Netze besser zu planen", so Ericsson-Manager Johan Wibergh. Aus den analysierten Daten entstehe "ein Gesamtbild, das zeigt, wie immer mehr Menschen und Unternehmen von Mobilität, Breitbandnetzen und Cloud-Anwendungen profitieren."

Der Trend zur flächendeckenden Versorgung ländlicher Gebiet mit Breitband werde sich in Zukunft fortsetzen, erklärte Ericsson. Für den Großteil des Datenverkehrs dürften aber weiter Stadtbewohner sorgen: Bis 2016 dürften mehr als 30 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. In fünf Jahren sollen hier aber rund 60 Prozent des mobilen Datenverkehrs der Welt abgewickelt werden. (jk)