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Ermittlungen gegen Google wegen Mitarbeiter-Kündigungen

Das National Labor Relations Board ermittelt gegen Google. Vier Ex-Angestellte sehen sich zu Unrecht entlassen, nachdem sie Proteste organisiert hatten.

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(Bild: achinthamb/Shutterstock.com)

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Das National Labor Relations Board (NLRB) in den USA hat Ermittlungen gegen Google aufgenommen, nachdem vier kürzlich entlassene Angestellte vergangene Woche eine Klage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber eingereicht hatten. Die vier Ex-Angestellten sehen sich zu Unrecht gefeuert und werfen Google "ungesetzliches Verhalten" vor. Ihrer Ansicht nach habe Google ihnen als Vergeltungsmaßnahme gekündigt, weil sie an der Organisation von internen Protesten beteiligt waren.

Nach Informationen des Nachrichtensenders CNBC sollen die Ermittlungen durch die Aufsichtsbehörde der Frage nachgehen, ob Google bei den Kündigungen gegen US-Arbeitsrecht verstoßen hat. Die Ermittler sollen aber auch allgemeiner untersuchen, ob Google seine Angestellten an gewerkschaftlichen Aktivitäten gehindert hat. Mit Ergebnissen sei frühestens in drei Monaten zu rechnen. Zu den Mitklägern zählt auch die Gewerkschaft der Communications Workers of America.

Google selbst betont weiterhin, man habe die vier Beschäftigten wegen wiederholten Verstößen gegen interne Datenschutzrichtlinien entlassen. Sie hätten sich "systematisch" Zugriff auf Informationen anderer Angestellter verschafft und diese weiterverteilt. "Niemand ist aufgrund von Beschwerden oder Diskussionen über Firmenaktivitäten entlassen worden", heißt es in einer Stellungnahme von Google gegenüber verschiedenen US-Medien.

Die vier ehemaligen Angestellten Laurence Berland, Paul Duke, Rebecca Rivers und Sophie Waldman hatten bereits vergangene Woche die Klage beim NLRB angekündigt. Ihrer Ansicht nach wolle Google an ihnen ein Exempel statuieren, um weitere Proteste der Angestellten zu unterbinden. Sie seien unter anderem an einer Demonstration vor dem Google-Büro in San Francisco mit bis zu 200 Menschen beteiligt gewesen, es habe sich jedoch um gesetzlich geschützte Arbeitnehmerorganisation und um Kritik an der Konzernleitung gehandelt, die laut Googles eigenen Richtlinien explizit erwünscht sei. In der Stellungnahme werfen sie Google vor, die Kündigungen seien "bösartig und ungesetzlich".

Hintergrund des Rechtsstreits sind zunehmende Spannungen zwischen Teilen der Google-Belegschaft und der Firmenleitung. Google wird vorgeworfen, Protesten und Organisationsversuchen seitens der Angestellten mit immer harscheren Reaktionen zu begegnen und kritische Fragen an die Firmenleitung zu unterbinden. In den vergangenen Monaten und Jahren hatten sich Fälle gehäuft, in denen Google-Angestellte öffentlich gegen die Politik ihres Arbeitgebers im Umgang mit Sexismus oder umstrittenen Militärkooperationen protestiert hatten. Im November wurde bekannt, dass Google mit einer Beratungsfirma zusammenarbeiten soll, die auf die Bekämpfung von Gewerkschaftsarbeit spezialisiert ist. (siko)