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Ermittlungen gegen Met@box wegen Kursbetrug (Update)

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Ein Bericht des Börseninformationsdienstes Prior sorgt derzeit für Verwirrung. Demzufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen den Hildesheimer Settop-Boxen-Hersteller Met@box wegen des Verdachts der Börsenmanipulation. Bereits Anfang des Jahres seien die Geschäftsräume der am Neuen Markt notierten Firma durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt verwies jedoch auf Anfrage an ihre Kollegen in Hildesheim; der dort zuständige Oberstaatsanwalt Seemann bestätgte zwar, dass ein Verfahren laufe, teilte aber keine weiteren Details mit. Stattdessen verwies er weiter an die Staatsanwaltschaft Hannover.

Gegenüber heise online bestätigte der Hannoveraner Oberstaatsanwalt Manfred Knote inzwischen, dass in der Sache ermittelt werde. Es liege eine Anzeige des hessischen Wirschaftsministeriums wegen Verdacht auf Kapitalanlagen- und Kursbetrug vor. Die Pressesprecherin des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel erklärte zudem, dass ihre Behörde bereits am 19. Januar diesen Jahres eine Verdachtsmitteilung an die Staatsanwaltschaft übersandt habe. Darin gehe es um den "Verdacht gegen natürliche Personen wegen Insiderhandels".

Met@box weist zumindest die Berichte von Prior entschieden zurück. Sprecherin Aenne Schaper betonte, dass es keinerlei Hausdurchsuchungen gegeben habe. Auch wisse sie nichts von irgendwelchen Ermittlungen. Stattdessen habe Met@box jetzt Strafanzeige gegen Prior gestellt. Eine Stellungnahme von Prior war nicht zu erhalten: "Der Chef sei in Urlaub", war die vorläufige Antwort auf Nachfrage von heise online.

Hintergrund sind verschiedene Großaufträge von Met@box, bei denen bis heute die Auftraggeber nicht bekannt sind. Laut Stephan Schwartz, Sprecher der Schumacher AG, die die Aktionärsbetreuung für Met@box erledigt, hofft Met@box "einen Auftraggeber im 1. Quartal dieses Jahres" bekannt geben zu können. Met@box hatte durch Ad-hoc-Meldungen, in denen die Großaufträge angekündigt wurden, heftige Kurssprünge ausgelöst. Der Kurs, der zurzeit bei unter 3 Euro liegt, hatte teilweise die 40-Euro-Grenze überschritten. Zweifel an der Seriosität der Großaufträge und unerwartete Verluste hatten den Kurs dann wieder sinken lassen. (axv)