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Erneuerbare Energie: Deutschland könnte EU-Vorgabe verfehlen

Deutschland könnte sein Klimaschutzziel 2020 und das EU-Ziel für erneuerbare Energien verfehlen. Schuld sind hoher Strom-, Kraftstoff- und Erdgasverbrauch.

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Kohlekraftwerk

(Bild: dpa, Julian Stratenschulte)

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Einer Studie zufolge könnte Deutschland neben seinem Klimaschutz-Ziel 2020 auch das verbindliche EU-Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien verpassen. Einer Prognose des Bundesverbands Erneuerbarer Energien (BEE) zufolge liegt der Öko-Anteil am gesamten deutschen Energieverbrauch im Jahr 2020 bei 16,2 bis 16,4 Prozent – vorgegeben sind allerdings 18 Prozent und mit dem sogenannten "Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energien" von 2010, hatte sich die Bundesregierung selbst ein Ziel von 19,6 Prozent gesetzt. Hauptursache für den Rückstand sei der anhaltend hohe Energieverbrauch, heißt es in der Prognose, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dazu zählen neben Strom auch Kraftstoff und Erdgas.

Der Anteil erneuerbarer Energien beim Heizen, Kühlen und Wärmen von Wasser stagniere seit Jahren, schreiben die Experten. Auch beim Verkehr tue sich bisher wenig. Aufwärts geht es demnach mit dem Ökostrom-Anteil nur beim Stromverbrauch. Deutschland könne das Defizit ausgleichen über einer Vereinbarung mit Ländern, die ihre Ziele übererfüllen, etwa Schweden, Finnland oder Dänemark. Andernfalls drohe eine EU-Klage. "Unabhängig davon wäre das Ansehen Deutschlands im Kontext der Europäischen Energie- und Klimapolitik beschädigt", schreiben die Autoren vom BEE.

"Mehr Erneuerbare Energien in allen Sektoren stärkt den Klimaschutz", sagte die frühere Grünen-Chefin Simone Peter, die inzwischen ehrenamtlich BEE-Präsidentin ist. "Die Umstellung auf klimafreundliches Heizen und Kühlen sowie eine saubere Mobilität muss in Schwung kommen und die Dynamik im Stromsektor wieder angekurbelt werden." Dass der im Koalitionsvertrag angekündigte zusätzliche Ausbau von Wind- und Sonnenstromanlagen zum Zankapfel der großen Koalition geworden sei, sei unverständlich. Die Industrie benötige klare und stabile Rahmenbedingungen. "Es schadet dem politischen Ansehen der Bundesregierung, wenn sie Verträge nicht einhält." (bme)

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