Erneut Datenleck bei Marriott: Mutmaßlich 5,2 Millionen Hotelgäste betroffen

Unbekannte haben auf Daten von vermutlich 5,2 Millionen Gästen der Hotelkette Marriott zugreifen können, wie das Unternehmen eingestand.

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(Bild: CarpathianPrince/Shutterstock.com)

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Daten von wahrscheinlich 5,2 Millionen Gästen der Hotelkette Marriott sind kompromittiert worden. Unbekannte konnten offenbar über Logins zweier Mitarbeiter eines Franchise-Nehmers der Kette auf die Datensätze Zugriff nehmen, teilte das Unternehmen mit. Bemerkt habe man den Datenabfluss Ende Februar, seit Mitte Januar seien die Täter demnach aktiv gewesen. Bezahldaten, Ausweisnummern, PIN-Nummern und Passwörter seien nach derzeitigem Informationsstand nicht betroffen gewesen, erklärte Marriott. Die Behörden seien informiert.

Dafür konnten die Unbekannten laut der Mitteilung Informationen abgreifen, die etwa den Namen, das Geschlecht, den Arbeitgeber, Tag und Monat des Geburtsdatums, Adressen und weitere Kontaktdaten, Präferenzen beim Hotelaufenthalt sowie Details zu Treueprogrammen umfassen können. Marriott-Gäste, die prüfen wollen, ob sie zu den Betroffenen gehören, können über ein eigens eingerichtetes Online-Portal Anfragen stellen.

Zudem wurden Betroffene am heutigen Dienstag per E-Mail unterrichtet. Anfragen könnten in Deutschland auch an die Nummer 0800-6644414 gerichtet werden, laut Marriott-Mitteilung gebe es Service in anderen Sprachen als Englisch oder Französisch aber nur auf Anfrage.

Bei allen Mitgliedern des Treueprogramms Marriott Bonvoy habe man vorsorglich die Passwörter zurückgesetzt, Nutzer müssten dieses für ihren Account neu vergeben. Ebenfalls will Marriot Betroffenen ein Jahr kostenlos den Monitoring-Dienst der Firma Experian anbieten, der eventuellen Missbrauch der geleakten Daten prüft. Wie dieser Dienst in Anspruch genommen werden kann, ist in der Mitteilung von Marriott erklärt.

Bereits Ende 2018 machte die Hotelkette mit einem deutlich größeren Datenleck von sich reden. Vermutlich rund 339 Millionen Kunden weltweit wurden dabei kompromittiert – Unbekannte hatten über mehrere Jahre Zugriff auf die Reservierungsdatenbank einer Tochterfirma von Marriott nehmen können. Vergangenen Juli kündigte die britische Datenschutzaufsicht an, das Unternehmen dafür mit einem Bußgeld von 99,2 Millionen britischen Pfund bestrafen zu wollen. (axk)