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Erneut Streiks an fünf Amazon-Standorten

Die Gewerkschaft Verdi nutzte den Weltgesundheitstag für Streiks an fünf Amazon-Standorten. Verdi kritisierte eine hohe Krankheitsquote unter den Beschäftigten, Amazon wies das zurück.

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(Bild: dpa, Jan-Philipp Strobel/Archiv)

Beim Internetversandhändler Amazon ist an fünf Standorten am Freitag erneut gestreikt worden. Amazon-Beschäftigte in Rheinberg, Werne, Bad Hersfeld, Koblenz und Leipzig legten die Arbeit nieder. Neben der bekannten Forderung nach Übernahme des Tarifvertrags für den Versand- und Einzelhandel machte die Gewerkschaft Verdi anlässlich des Weltgesundheitstages auch die Gesundheit am Arbeitsplatz zum Thema.

Gerade bei Amazon sei die Krankheitsquote außerordentlich hoch, so die Gewerkschaft. Schuld daran sei ein "von hohem Druck, Hetze und Kontrollen“ geprägter Arbeitsalltag. „Das ist Unsinn. Wir weisen das entschieden zurück“, sagte dagegen eine Unternehmenssprecherin. Sie verwies darauf, dass es an allen Standorten einen Gesundheitsmanager gebe. Bundesweit hätten im Jahr 2016 5400 Amazon-Beschäftigte von solchen Angeboten Gebrauch gemacht. "Für Amazon haben die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter oberste Priorität", hieß es.

Verdi kritisierte außerdem die Einführung der Gesundheitsprämien für Amazon-Mitarbeiter. Beschäftigte des US-Onlinehändlers bekommen dabei neben einer Erfolgsprämie auch mehr Geld, wenn sie weniger Krankheitstage aufweisen. Der Krankenstand des Teams wird aber auch in die Prämienberechnung einbezogen. Laut Verdi setze das Kranke unter Druck und fördere das Misstrauen der Beschäftigten untereinander.

Der Streik begannen mit dem Arbeitsbeginn der Frühschicht und dauerten bis zum Ende der Spätschicht. Nach Unternehmensangaben beteiligten sich weniger als 620 Mitarbeiter allein der Frühschicht am Ausstand. Der Ausstand habe "keinerlei Auswirkungen auf unsere Kunden" gehabt, sagte Amazon-Sprecherin Anette Nachbar in München.

Die Gewerkschaft verlangt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels und organisiert deshalb seit 2013 immer wieder Streiks. Amazon verfügt über 31 Versandzentren in sieben Ländern, allein in Deutschland sind es neun Logistikzentren an acht Standorten. Der größte liegt im hessischen Bad Hersfeld mit zwei Warenlagern. Rund 11.000 Festangestellte arbeiten bundesweit für den US-Konzern. (axk)