CO2-Steuer: Erst teuer, dann billig - Emissionsbepreisung "andersherum" gedacht

US-Ökonomen fordern, die CO2-Steuer erst teuer und später dann günstiger anzusetzen. Dies soll klimafreundliches Verhalten fördern.

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(Bild: Johanna Montoya on Unsplash)

Von
  • Ben Schwan

Auf welche Art sollte man eine künftige CO2-Bepreisung für Bevölkerung und Industrie anwenden? Ein Forscherteam der New York University glaubt, dass man den Steuerhebel zunächst hoch und später günstiger ansetzen sollte, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Forscher denken CO2-Steuer neu").

Der neue Vorschlag, den die Wissenschaftler in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" unterbreitet haben, sieht anders aus als andere. Die Gruppe kommt zu dem Schluss, dass es viel effektiver wäre, mit einem Preis von etwas mehr als 100 Dollar zu starten. Diese Steuer würde im ersten Jahrzehnt höher bleiben, bevor sie in den nachfolgenden Jahrzehnten langsam absinkt.

Vereinfacht gesagt versucht das sogenannte "EZ-Climate"-Modell die Werkzeuge der Finanzwirtschaft in die Klimawirtschaft einfließen zu lassen, was dazu führt, höhere Kosten auf Unsicherheiten zu legen – während die Gefahrenabwehr stärker in den Mittelpunkt rückt.

Folglich nimmt das Modell bestimmte Effekte an, die sich über die Laufzeit der Besteuerung abspielen werden. Je höher der Preis am Anfang ist, desto schneller werden Nationen und Unternehmen sauberere Methoden entwickeln und anwenden, glaubt Gernot Wagner, einer der Autoren der Studie und Juniorprofessor der Fakultät für Umweltwissenschaften an der New York University.

Das bedeutet auch, dass der Preis auf CO2 schneller wieder anfangen kann zu sinken. Die höhere Abgabe soll dazu führen, dass mehr und mehr Teile der Wirtschaft sich auf Systeme und Energiequellen stützen, die nicht länger Emissionen ausstoßen.

Wagner betont, dass es praktisch unmöglich ist, einen effektivsten Startpreis für eine CO2-Steuer zu kennen. Ein Szenario seines Modells zeigt jedoch, dass er höher als 200 Dollar sein könnte, abhängig von bestimmten Annahmen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)