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Erste Alpha-Version von KDE 4 erschienen

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Mit nicht einmal zwei Wochen Verspätung ist am heutigen Freitag KDE 4 in einer ersten Alpha-Version erschienen. Mit den Oxygen-Icons erscheint KDE in neuem Look, intern löst das Multimedia-Api Phonon den etwas angestaubten Arts-Soundserver ab und die Hardware-Integrationsschicht Solid soll den Umgang mit wechselnden Netzwerkverbindungen und geänderter Hardware verbessern. Bei den Applikationen der Desktop-Umgebung gibt es ebenfalls einiges zu sehen, allen voran den Dateimanager Dolphin, der schon jetzt die Strigi-Infrastruktur nutzt. Bei Strigi handelt es sich um die neue KDE-Desktop-Suche, die ähnlich wie Beagle mit einem Index arbeitet, der nicht nur Dateinamen, sondern auch Metadaten von Dokumenten speichert.

Größere Veränderungen hat es im Lernsoftware-Paket kdeedu und bei den KDE-Spielen gegeben: So hat das kdeedu-Projekt beispielsweise Kalzium, welches das Periodensystem der Elemente anzeigt, einen 3D-Molekular-Viewer spendiert. Die meisten KDE-Desktopspiele nutzen inzwischen SVG-Grafiken, so dass sie sich stufenlos skalieren lassen und kommen mit Netzwerk-Support und einer verbesserten künstlichen Intelligenz der Computergegner daher. Ein Neuzugang ist der Yahtzee-Klon Kiriki, allerdings werden einige Spiele wie KAsteroids, KTron und Klickety nicht mehr Bestandteil von KDE 4 sein, da sich keine Verantwortlichen für die Portierung gefunden haben. Die neuen Composite-Features von KWin, die 3D-Effekte auf den Desktop zaubern, sind standardmäßig deaktiviert und es ist zur Zeit nicht möglich, KDE über das Kontrollzentrum einzurichten. Man kann jedoch die Module des Kontrollzentrums über das Kommandozeilenprogramm kcmshell auflisten und starten.

Anwender, die sich gefahrlos einen ersten Eindruck von der kommenden KDE-Version verschaffen wollen, können in Kürze die auf OpenSuse basierende Live-CD namens KDE Four Live herunterladen. Auch die KDE-Entwickler von Mandriva planen, Ende Mai eine Live-CD mit KDE 4 zu veröffentlichen. Innerhalb der nächsten Tage sollen fertige Pakete für Kubuntu, OpenSuse und Gentoo erhältlich sein, Anwender von Debian müssen sich noch wenige Wochen gedulden. Die finale Version von KDE 4 soll Ende Oktober erscheinen.

Der Quellcode von KDE 4 findet sich auf dem FTP-Server des Projekts, auf der Seite des KDE-SVN-Projekts gibt es ein Skript, welches das Auschecken der aktuellen Sourcen aus dem SVN und das Übersetzen der Quellen automatisiert. (amu)