Erste Erfahrungen mit dem Siemens-Smartphone

Das erste Siemens-Smartphone wartet mit ungewöhnlicher, aber komfortabler Handhabung auf.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 76 Beiträge
Von

Mit dem Modell SX1 hat Siemens kürzlich auf dem 3GSM-Congress in Cannes sein erstes Symbian-Smartphone vorgestellt. Das Triband-Gerät, das in Nokias Smartphone-Hit, dem Symbian-Modell 7650 einen nahen Verwandten hat, soll zwar erst im Juni erscheinen, wir konnten aber anhand von Prototypen schon erste Eindrücke sammeln.

Den ersten positiven Eindruck machte das Display des SX1, das bis zu 65536 Farben darstellen kann -- es leuchtet deutlich heller und kontrastreicher als das bei Nokias 7650 eingebaute, das nur bis zu 4096 Farben anzeigt. Die spannendste Frage, die man sich nach Ansicht der ersten Produktfotos stellte, war aber, wie sich die ungewöhnliche Tastenanordnung -- rechts und links neben dem Bildschirm -- in der Praxis bewährt. Der erste Test zeigt: Beim Umgang mit der neuartigen Anordnung muss man umdenken. Zum Beispiel gelingt einhändiges Tippen beim SX1 nur dem, der große Hände hat. Für längere SMS-Texte benutzt man eher beide Hände. Siemens zufolge kann man sich aber in zwei bis drei Tagen an das neue Tastaturlayout gewöhnen.

Gleichzeitig bietet die Tastenanordnung neue Möglichkeiten bei der Steuerung der Multimedia-Funktionen. Wer MP3-Songs abspielen lässt, hat alle wichtigen Steuerfunktionen wie Wiedergabe, Pause oder Sprung-Funktion auf einmal im Zugriff, denn die Zifferntasten sind eigentlich kontextsensitive Soft-Keys, die mit nebenstehenden Menüs korrespondieren (siehe Bild). So erreicht das Handy den Komfort eines "echten" MP3-Players. Praktisch fanden wir auch, das man den Lieblingssender des integrierten UKW-Radios mit einem Tastendruck einstellen kann.

Das SX1 soll im Auslieferungszustand trotz installiertem Real Player, MP3-Player und Videoaufnahmesoftware noch 8 MByte freien Arbeitsspeicher zur Verfügung stellen -- rund doppelt so viel wie das 7650. Weitere Daten können auf optionalen Multimedia-Cards (MMC) gespeichert werden. Die Kärtchen sollen eigentlich per Knopfdruck ausgetauscht werden können, aber das geht beim Prototypen nicht im laufenden Betrieb. Laut Siemens sieht das Symbian-Betriebssystem von Haus aus kein Hot-Swapping von Speichermedien vor. Deshalb wollen die Entwickler bis zum Verkaufsstart noch eine Lösung entwickeln, sodass sich die Karten auch im laufenden Betrieb austauschen lassen.

Bis zur Auslieferung wird aber noch einiges mehr zu tun sein. Das zeigt schon die Optik mancher Menüs -- die lehnt sich noch sehr an den Nokia-Stil an, soll aber bis Juni mehr Siemens-like werden. Und dass die Betriebssysteme des Nokia 7650 und des SX1 sehr nahe verwandt sind, belegt ein Klick auf die About-Funktion -- der SX1-Prototyp gibt sich noch für ein "Nokia 7650" aus. Beide verwenden halt Nokias Serie-60-Interpretation des SymbianOS.

Das SX1 wird ohne Multimedia-Karte und ohne Datenkabel ausgeliefert. Der anvisierte Preis ohne Vertrag soll zwischen 550 und 600 Euro liegen. Siemens stellt das SX1 während der CeBIT in Halle 26 auf dem Stand A31 vor. (Christian Just) / (dz)