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Erste Haswell-Notebooks angekündigt

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Üblicherweise folgt der Start eines neuen Prozessors strengen Regeln: Wer vor dem vom Chiphersteller festgelegten Starttag detaillierte technische Informationen oder gar Samples bekommt, muss sich dazu verpflichten, keine Details weiterzugeben, Benchmarks nur für interne Zwecke zu erstellen und noch keine Werbung zu schalten. Hin und wieder geht aber auch mal etwas nicht nach Plan: Der kleine deutsche Notebook-Anbieter DevilTech hat heute seine ersten beiden Notebooks mit Core-i-4000-Prozessoren (Codename Haswell) angekündigt – mehrere Monate vor Intels Launchtermin.

Erster! In DevilTechs Fragbook DTX kommen Vierkern-Prozessoren der Haswell-Generation zum Einsatz.

Im 15-Zöller Devil 7700 und im 17-Zöller Fragbook DTX kommen je nach Kundenwunsch die neuen Vierkern-CPUs Core i7-4700MQ, i7-4800MQ, i7-4900MQ und i7-4930MX zum Einsatz. Das Bezeichnungsschema ist neu: Bei den derzeit verkauften QuadCores der dritten Core-i-Generation (Codename Ivy Bridge) enden die Typenschilder auf QM beziehungsweise XM (Extreme Edition). Laut DevilTech laufen die Haswell-Neulinge mit demselben Takt wie ihre jeweiligen Vorgänger, der i7-4700MQ also wohl wie der i7-3740QM mit 2,7 GHz (Turbo bis 3,7 GHz). Trotz gleichen Takts sollen die Verbesserungen an den Rechenwerken ein Performance-Plus von rund neun Prozent bringen.

Dass die integrierte Grafik von Haswell deutlich performanter werden wird als die von Ivy Bridge, hatte Intel bereits auf dem IDF im September demonstriert, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen. Das holt DevilTech nach: Die neue HD 4600 soll mit 20 statt 16 Pipelines und etwas höheren Taktraten in die Leistungsregionen einer Nvidia GeForce GT 620M vorstoßen.

Haswell wird wie Ivy Bridge mit 22 nm Strukturbreite gefertigt, allerdings hebt Intel die TDP-Stufen leicht an: Die QuadCores i7-4700MQ, i7-4800MQ und i7-4900MQ dürfen bis zu 47 Watt verbraten, während die Ivy-Bridge-Vorgänger bei 45 Watt gedeckelt waren. Bei den Extreme-Edition-Modellen steigt die TDP von 55 auf 57 Watt. Für Notebookkäufer hat das keine Auswirkungen; die Hersteller müssen allerdings dafür Sorge tragen, dass das Kühlsystem die Abwärme auch abführen kann – sonst drosseln sich die Prozessoren als Selbstschutz.

Die unter dem Namen Lynx Point entwickelten Haswell-Chipsätze werden erwartungsgemäß als Serie 8 laufen, DevilTech nennt die konkreten Modelle HM87 und QM87. Wahrscheinlich wird es noch einige Spielarten mehr geben, zu Ivy Bridge gehören nämlich gleich sechs Chipsatz-Varianten der Serie 7: QM77, QS77, UM77, HM77, HM76 und HM75.

In den beiden Haswell-Notebooks kommen zwei neue Grafikchips zum Einsatz, zu denen sich Nvidia bislang nicht öffentlich geäußert hat: Der GeForce GTX 770M (3 GByte GDDR5) ist der Nachfolger des GTX 670M, das Flaggschiff GTX 780M (4 GByte GDDR5) löst den GTX 680M ab. Weitere technische Details zu den beiden neuen High-End-GPUs sind noch nicht bekannt, das Topmodell soll aber rund 30 Prozent schneller arbeiten als sein Vorgänger. Konkret nennt DevilTech einen 3DMark-Vantage-Wert von 29458 Punkten (Performance, Standardeinstellung) für das Fragbook DTX mit Core i7-4900MQ, GeForce GTX 780M und 8 GByte DDR3-Speicher.

Schließlich bestätigt DevilTech das bislang gemutmaßte Launchdatum für Haswell zur diesjährigen Computex: Die beiden Notebook können ab Mai vorbestellt werden, die Auslieferung soll in der zweiten Juniwoche beginnen. Preise nennt DevilTech bislang noch nicht.

Einige wichtige Fragen zu Haswell bleiben weiterhin offen. So müssen Tests erst noch zeigen, wie viel die neuen Schlafzustände S0ix in der Praxis bringen. Auch ist noch unklar, wann die kleineren Haswell-Ableger kommen: Haswell-Doppelkerne werden eine TDP von 37 statt bislang 35 Watt haben, aber erst nach den Vierkernern auf den Markt kommen. Der Marktstart der gänzlich neuen SoC-Bauform für Ultrabooks und Windows-8-Tablets, die mit Haswell debütiert und wohl die erst mit Ivy Bridge eingeführten Y-Modelle ablöst, ist ebenfalls noch unbekannt – vor dem dritten Quartal 2013 wird es aber sicherlich nichts.

Erste Details zu den Desktop-Ablegern von Haswell sind bereits im Dezember bekannt geworden. (mue)