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Erste Lizenz für kommerzielle Drohnenflüge über US-Boden

Die US-Luftfahrtbehörde hat erstmals eine Lizenz für autonome Flüge über Land erteilt. Der Ölkonzern BP darf nun ein Gerät von AeroVironment über dem größten Ölfeld des Landes einsetzen.

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Zum ersten Mal hat die US-Luftfahrtbehörde FAA eine Lizenz für unbemannte, autonome Flüge kommerzieller Natur über Land erteilt. Der Ölkonzern BP darf das Flugdrohnenmodell Puma AE von AeroVironment über Prudhoe Bay an der Nordküste Alaskas fliegen lassen. Bisher hatte die FAA erst zwei Lizenzen für den kommerziellen Einsatz von Flugdrohnen erteilt: Der Puma sowie das Modell Scan Eagle von Insitu dürfen seit letztem Jahr über arktischen Gewässern eingesetzt werden.

Die Lizenz erlaubt BP die Vermessung und Beobachtung von Pipelines, Straßen und Geräte in Prudhoe Bay. Das soll Betrieb und Wartungsarbeiten unterstützen. BP verwendet als Nutzlast entweder eine Kombination aus Kamera und Infrarotkamera oder ein LiDAR. Letzteres dient der Erstellung von 3D-Karten. Exakt vermessene Straßen erlauben es, auch bei geringen Sichtweiten riesige Bohrgerätschaften nach Prudhoe Bay zu bringen, ohne von der Straße abzukommen.

AeroVironment gibt die Länge des Puma AE mit 1,4 Metern an, die Flügelspannweite ist doppelt so groß. Die gut sechs Kilo schwere Drohne wird von Hand gestartet in dem sie hochgeworfen wird. Sie soll über dreieinhalb Stunden arbeiten können und fliegt typischerweise nicht mehr als 152 Meter über Grund. Dabei werden entweder vorprogrammierte GPS-Koordinaten autonom abgeflogen, oder jemand steuert das Fluggerät fern. Die passende Konsole hat 15 Kilometer Reichweite und ist laut dem Hersteller "kampferprobt".

Denn der Puma AE wurde für militärische Zwecke entwickelt. Er soll besonders leise sein und langsam fliegen können, nämlich 37 bis 83 Kilometer pro Stunde. Die Landung ist zu Wasser oder zu Land möglich und recht ruppig ("deep stall"). Die Einsätze im Norden Alaskas haben bereits am 8. Juni begonnen.

Eine "deep stall" Landung einer Puma-Drohne in Zeitlupe (120 fps). Die Bauteile dürfen wegbrechen und lassen sich mit wenigen Handgriffen wieder befestigen.

(ds)