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Erste Microsoft-Office-Version in Regionalsprache: Elsässisch

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Microsoft bietet erstmals eine Version seines Büropakets Office in einer Regionalsprache an. Eine Fassung auf Elsässisch (Alsacien) mit Begriffen wie "Webschnuffler" für "Webbrowser" wurde gestern von Adrien Zeller, Präsident des Conseil Régional d'Alsace, Microsoft-Frankreich-Chef Eric Boustouller und Justin Vogel, Präsident des Office pour la Langue et la Culture d'Alsace (OLCA) in Straßburg vorgestellt. Sie hatten vergangenes Jahr im Juni eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben. In den nächsten Wochen sollen alle Centres Formation d'Apprentis (CFA) und Gymnasien im Elsass mit der neuen Sprachfassung versorgt werden.

Sprachwissenschaftler grübelten zunächst über die Frage, ob eine Volkssprache an einen technischen Jargon angepasst werden müsse oder umgekehrt. Experten unter der Leitung des emeritierten Professors für Dialektologie, Raymond Matzen, haben sich eigene Sprachschöpfungen einfallen lassen, um einen Ausgleich zu finden. Innerhalb von fünf Monaten wurden in einem Pilotprojekt mit Hilfe des Microsoft-Systems CLIP 47.500 Begriffe auf Elsässisch übersetzt. Begrüßt wird der Benutzer mit einem "Güete Morje" auf der "Startsit". Die lokalisierte Version, die für Office 2003 und 2007 erhältlich ist, wendet sich an erwachsene und jugendliche Benutzer, "die Elsässisch am Leben erhalten wollen", hieß es.

Microsoft hat 5000 US-Dollar an Entwicklungskosten beigesteuert. Das Unternehmen will dazu beitragen, Regionalsprachen vor dem Aussterben zu bewahren. CLIP soll laut Microsoft für weltweit rund 100 Sprachen bereitgestellt werden. In Arbeit sind derzeit Versionen auf Bretonisch, Schottisch und K'iche, eine Regionalsprache Guatemalas. Ein kommerzielles Ziel werde nicht verfolgt, hieß es. Die Elsässer denken bereits daran, das aktuelle Windows Vista in ihre Sprache zu übersetzen. (anw)

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