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Erster 3D-Fernseher im Test

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Schlank und räumlich: Der 46-Zoll-3DTV UE46C7700 ist nur 2,7 cm dick.

(Bild: heise online)

Samsung hat das 3D-Rennen gewonnen. Zumindest hierzulande stehen die Raumbild-Fernseher des koreanischen Herstellers vor allen anderen in den Regalen. Das ist eine Überraschung, denn schließlich waren es Sony und Panasonic, die vor über einem Jahr die Branche mit ihrem 3D-Engagement aufrüttelten. Zu diesem Zeitpunkt war von Samsung noch kein Mucks in Sachen 3D zu hören.

Doch dann haben die Ingenieure offenbar tüchtig Gas gegeben: Schon in den nächsten Tagen sollen die Geräte der Koreaner erhältlich sein, im c't-Testlabor konnten wir bereits einem serienreifen 46-Zoll-Modell der 7er-Serie – dem UE46C7700 – auf den Zahn fühlen.

Als erstes probierten wir natürlich den 3D-Betrieb aus, und trotz brandneuer Technik funktioniert die Umschaltung in den 3D-Modus vollkommen problemlos. Sobald der Fernseher ein HDMI-1.4-3D-Signal bekommt, blendet er augenblicklich ein "Bitte-3D-Brille-aufsetzen"-Logo ein und beginnt mit der Raumbildwiedergabe im 120-Hz-Takt. Eine gegen Aufpreis erhältliche Shutterbrille sorgt für die Bildtrennung: Während der Fernseher die Bilder fürs linke und rechte Auge abwechselnd anzeigt, verdunkelt sie synchron zum Bildwechsel jeweils ein Brillenglas.

Als Zuspieler verwendeten wir übrigens keinen Samsung-Blu-ray-3D-Player, sondern eine modifizierte Playstation 3, die uns von Sony zur Verfügung stand. Das HDMI-1.4-Frame-Packing-Signal konnten wir auch über einen älteren HDMI-1.3-Verteiler problemlos zuspielen; zum Einsatz kamen konventionelle HDMI-Kabel. Befürchtungen, dass durch HDMI 1.4 die komplette Heimkino-Infrastruktur ausgetauscht werden muss, scheinen sich also nicht zu bestätigen.

Fakt ist aber auch: Zur Zeit gibt es noch keine HDMI-1.4-Zuspieler, geschweige denn 3D-Blu-rays. Glücklicherweise unterstützt das Samsung-Gerät auch andere 3D-Darreichungsformen. So konnten wir problemlos stereoskopische 3D-Videos zuspielen – auch per USB-Stick mit dem eingebauten Medienplayer –, bei denen die Bilder fürs linke und fürs rechte Auge entweder übereinander (Over-Under- bzw. Top-Bottom-Format) oder nebeneinander (Side-by-Side) in ein normales Bild gequetscht sind. Der Fernseher bietet zwar eine Funktion, mit der solche Formate automatisch erkannt werden sollen, das funktionierte bei unseren Tests aber nicht. Mit einem Druck auf den "3D"-Knopf auf der Fernbedienung lässt sich das passende Format aber problemlos einstellen – allerdings nur bei HD-Auflösungen, nicht bei PAL.

Auch für den Fall, dass überhaupt kein 3D-Material vorliegt, ist der schlanke Samsung-Fernseher gewappnet: Die Bordelektronik kann jedes beliebige 2D-Material in die dritte Dimension umrechnen. Das gelingt in einigen Szenen ganz ordentlich, in vielen Szenen aber auch gar nicht oder – schlimmer – sehr fehlerhaft (siehe dazu auch den c't-Artikel zur Umrechnung von 2D in 3D). In einer Großaufnahme eines Gesichts verlegte der Fernseher die dunklen Augen kurzerhand in den Bildhintergrund, die helle Stirn dagegen ganz nach vorne. Kurzum: Die 3Disierungsfunktion ist eine nette Spielerei, dauerhaft wird sie aber vermutlich niemand aktivieren. Offenbar ist das auch Samsung bewusst, denn immer wenn man das Programm wechselt, wird die Tiefenbehandlung ausgeschaltet.

Die Samsung-Shutterbrille ist angenehm leicht.

(Bild: heise online)

Der 3D-Modus funktioniert insgesamt ordentlich. Wir machten allgemein eine Tendenz zu Doppelbildern (Ghosting) aus, deren Stärke – offenbar wegen Synchronisationsproblemen – stark variiert. Der räumliche Bildeindruck brach allerdings nie komplett zusammen. Die per Infrarot synchronisierten Shutterbrillen sind angenehm leicht. Sie werden von konventionellen CR2025-Knopfzellen mit Strom versorgt. Der Samsung-Fernseher ist im 3D-Betrieb deutlich heller als andere 120-Hz-Displays. Im Weiß haben wir im 3D-Betrieb ohne Brille 162 Candela pro Quadratmeter gemessen, durch die Brille waren es noch stattliche 55 Candela.

Unser Testgerät UE46C7700 bietet neben der 3D-Funktion auch etwas Web (unter anderem Skype und YouTube), einen eingebauten Medienplayer, einen HD-fähigen Triple-Tuner sowie eine PVR-Funktion – aufnehmen lässt sich auf beliebige per USB angeschlossene Datenträger. Das VA-Panel wird von an den Bildrändern angebrachten LEDs (Edge-LED) beleuchtet. Leider gelingt die Ausleuchtung nicht sonderlich gleichmäßig, besonders dunkle Inhalte wirken extrem wolkig.

Der UE46C7700 soll noch in diesem Monat für 2500 Euro in die Läden kommen, eine passende Samsung-Shutterbrille kostet 120 Euro. (jkj)

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