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Erster Blick auf das iPhone 3G

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Am 11. Juli will Apple seinen App Store eröffnen.

Liegt das iPhone 3G vor einem auf dem Schreibtisch, ist es kaum von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Die zweite Generation von Apples Kult-Handy, deren Verkauf am 11. Juli parallel in 22 Ländern startet, präsentiert sich mit der selben hochglänzenden Oberfläche aus kratzunempfindlichen Mineralglas, die in einen dünnen Edelstahlrahmen eingefasst ist. Mit 62 mm Breite hat es gegenüber dem Vorgänger kaum merklich zugelegt. Apple stellte heise online vorab ein Testgerät zur Verfügung, sodass wir das iPhone 3G genauer unter die Lupe nehmen konnten.

Hält man das Gerät in der Hand, unterscheidet es sich mit seinem leicht gewölbten Kunststoffrücken dann doch deutlich vom Vorgänger, dessen flache Rückseite aus gebürstetem Aluminium gefertigt war. Mit den stärker abgeschrägten Radien nimmt es Designmerkmale von iPod und MacBook auf. Nach wie vor prangt auf dem Telefonrücken ein spiegelnder Apfel, der für Selbstportraits mit der rückseitig eingebauten 2-Megapixel-Kamera als Zielhilfe dient. Im Ganzen wirkt das iPhone 3G immer noch gut verarbeitet, allerdings hat Apple bei den Materialien deutlich gespart. Obwohl sich der Hersteller über den integrierten Prozessor ausschweigt, scheint im iPhone 3G die gleiche ARM-CPU wie im Vorgänger zu werkeln – alle Navigationsaufgaben und Programmstarts laufen in etwa gleich schnell ab. Nach dem Einschalten strahlt einem das leuchtstarke LC-Display entgegen, dessen Auflösung nach wie vor 480 × 320 Bildpunkte beträgt. Die Hintergrundbeleuchtung ist etwas heller als die des Vorgängers, wobei der Bildeindruck unseres Testgerätes leicht verschwommen wirkte.

Das iPhone 3G wird mit der Firmware 2.0 ausgeliefert, die mit Verkaufsstart auch für das Vorgängermodell zu haben ist. Wer per VPN auf sein Firmennetzwerk zugreifen möchte, kann dies mit der neuen Firmware über die gängigsten Protokolle tun (PPTP, IPSec und L2TP). Auch die vorinstallierten Anwendungen wurden überarbeitet. Die Kontaktverwaltung bietet nun eine Suchfunktion und der Taschenrechner wurde überarbeitet. Hält man das iPhone quer, steht der Rechner auch in einer wissenschaftlichen Variante bereit. Zum Verkaufsstart soll sich in puncto Anwendungen noch einiges ändern: Mit dem App Store startet Apple ein Anwendungsportal für iPhone und iPod touch, über das man zusätzliche Applikationen herunterladen kann. Bis 10 MByte Größe soll dies über eine Mobilfunkverbindung möglich sein, darüber hinaus muss man den App Store per WLAN oder über iTunes am PC ansteuern.

Die Veränderungen an der Hardware des iPhone 3G bemerkt man bei der Nutzung zunächst kaum. Ein Detail am buchstäblichen Rande ist die Kopfhörerbuchse, die nun nicht mehr durch das Gehäuse verdeckt wird. Das im Inneren hinzugekommene UMTS/HSDPA-Modul soll im Mobilfunkbetrieb für schnellere Downloads bei der YouTube-Anwendung oder beim Surfen sorgen. Das Plus an Geschwindigkeit bezahlt man mit einer halbierten Batterielaufzeit. In ersten Download-Tests benötigte unser iPhone 3G bei UMTS-Verbindungen bei problematischer Empfangslage sogar länger für den Download der Heise-Seite: Statt 22 Sekunden vergingen hier schon einmal bis zu 40 Sekunden. Von den 8 Sekunden Download-Zeit bei einer WLAN-Verbindung sind beide Mobilfunkstandards weit entfernt.

Fände sich der ebenfalls neue GPS-Empfänger nicht im technischen Datenblatt des iPhone 3G wieder, könnte man ihn im Betrieb fast übersehen. Es existiert keine Anzeige für den jeweiligen GPS-Status. Lediglich die Kamera-Anwendung und Google-Maps fragen nach dem Start an, ob sie die "Standortbestimmung" nutzen dürfen und verwenden danach den GPS-Empfänger. Fotos enthalten danach Ortsmarken in den EXIF-Daten und Google Maps zeigt durch einen blinkenden Punkt den momentanen Aufenthaltsort an. Der integrierte Routenplaner bietet nur rudimentäre Navigationsmöglichkeiten ohne Sprachansage.

Einen ausführlichen Testbericht finden Sie in c't 16/08 (ab 21. Juli am Kiosk). (sha)