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Deutsche und Chinesen konferieren erstmals über Cyber-Themen

Deutschland und China haben erstmals eine Cyber-Konsultation veranstaltet. Deutschland betonte die Notwendigkeit für Unternehmen, VPN-Verbindungen zu unterhalten.

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Chinesische Flagge

(Bild: dpa, Alex Ehlers/Illustration)

Fragen der Cybersicherheit dürften nicht zu Marktzugangshindernissen und Wettbewerbsverzerrungen im Verhältnis von Deutschland und China führen, warnte Staatssekretär Günter Krings vom Bundesinnenministerium auf einem Treffen mit chinesischen Offiziellen am Freitag in Berlin. Der erste "Cyberkonsultationsmechanismus" diente dem Austausch der beiden Länder über die aktuellen Entwicklungen der Cybergesetzgebung und ihre Auswirkungen auf Unternehmen und Institutionen. Für China nahm Shi Jun, Vizeminister für öffentliche Sicherheit, an den Gesprächen Teil. "Auch konnte die Frage des Nutzens und der Notwendigkeit von geschützten VPN-Verbindungen für deutsche und europäische Unternehmen und Institutionen angesprochen werden," erklärte Krings zum Abschluss der Gespräche.

Deutsche bzw. europäische Firmen, die in China eine VPN-Verbindung zur Zentrale einrichten wollen, müssen eine ICP-Lizenz beantragen. Mit dieser Genehmigung kann ein VPN-Provider gewählt werden, wobei viele Verbindungen nach Aussagen von China-Experten am Golden Shield vorbei laufen, weil die "Große Firewall des Volkes" das VPN sonst dramatisch verlangsamen würde.

Diese Firmen-Regelung gilt nicht für Privatpersonen und Touristen. Wer beispielsweise mit dem Smartphone VPN-Verbindungen nutzt, dem kann es passieren, dass das Handy von der Polizei konfisziert wird oder diese auf der Deinstallation der Software besteht.

Der "Cyberkonsultationsmechanismus" zwischen Deutschland und China ist ein Treffen, das bereits 2016 verabredet wurde. Künftig soll dieses Treffen einmal im Jahr durchgeführt werden. Neben den Auswirkungen der allgemeinen Vernetzung für Unternehmen und Institutionen ging es beim ersten Treffen auch um Cybersicherheit und um Möglichkeiten, einander im Fall von terroristischen Bedrohungen und Cybersabotagen schnell zu informieren. Dafür wollen beide Staaten eine Kontaktstelle einrichten. Als nächstes Thema steht der Informationsaustausch über geplante Cybergesetzgebungen in beiden Ländern auf der Tagesordnung. (Detlef Borchers) / (tiw)

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