Erstes Android-Handy vorgestellt

Google, HTC und T-Mobile haben heute in New York das erste Android-Handy vorgestellt. Das ab 22. Oktober in den USA erhältliche G1 kostet 179 US-Dollar - ein T-Mobile-Datenvertrag ist Voraussetzung für den Erwerb.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 329 Beiträge
Von
  • Lutz Labs

Das G1 wird mittels Touchscreen oder der ausziehbaren Tastatur bedient.

Google, HTC und T-Mobile haben heute in New York das erste Android-Handy vorgestellt. Das G1 with Google wird ab dem 22. Oktober für 179 US-Dollar in den USA erhältlich sein. Allerdings ist ein Datenvertrag Voraussetzung für die Nutzung: Mit Datenflatrate und 400 SMS-Nachrichten liegen die Kosten dafür bei 25 Dollar, uneingeschränkte Messaging-Nutzung mitsamt Datenflatrate kostet 35 Dollar. [Update] Ab einem Datenvolumen von einem GByte drosselt der Provider die Geschwindigkeit auf GPRS-Niveau.[/Update] Ausgestattet mit einem SIM-Lock wird das G1 lediglich im Netz von T-Mobile USA funken.

Das G1 wird zunächst nur in T-Mobile-Shops erhältlich sein, die in oder zumindest in der Nähe der UMTS-Abdeckung liegen. Kunden in nicht mit UMTS versorgen Gebieten können das G1 online bestellen, sie sollen jedoch deutlich auf die langsamere Anbindung hingewiesen werden. Der Marktstart in Großbritannien ist für Anfang November vorgesehen. Der Rest Europas muss sich bis zum ersten Quartal 2009 gedulden.

Die Hardware gleicht der des HTC Touch Pro: Das G1 wird mittels Touchscreen (320 × 480 Pixel, 3,2 Zoll) oder ausziehbarer Tastatur (mit eigener Taste für die Google-Suche) bedient, es nimmt über HSDPA (7,2 MBit/s) und HSUPA (2 MBit/s), EDGE oder WLAN Kontakt mit dem Internet auf und hat eine 3-Megapixel-Kamera an Bord. Der nur 256 MByte interne Speicher lässt sich mittels microSDHC-Kärtchen um maximal 8 GByte aufrüsten. Das G1 wiegt 158 Gramm und misst im eingeklappten Zustand 118 mm × 56 mm × 17 mm. Weitere technische Daten nennt unsere Handy-Galerie.

Die Software unterscheidet sich jedoch vom Touch Pro: Das zugrunde liegende Betriebssystem ist Android, ein nicht wirklich offenes Linux-Derivat. Alle bekannten Google-Anwendungen sind auf dem Smartphone installiert, darunter GMail, YouTube-Client, Calendar, Google Maps und Google Talk. Auch das auf Google Maps aufsetzende Street View ist dabei, das mittels eingebautem Kompass und GPS-Empfänger die Umgebung direkt abbildet. Auch der Browser Google Chrome soll mit dem Smartphone kommen, wenn auch nur in einer Lite-Version.

Android scheint jedoch noch nicht wirklich fertig zu sein: Dem Bluetooth-Stack fehlt A2DP zur drahtlosen Kopplung von Stereo-Kopfhörern, auch eine Videofunktion für die eingebaute Kamera hat Google nicht eingebaut. Auch ist die Software für die Entwicklung von Android-Anwendungen bislang nur in der Version 0.9 erhältlich, im September soll jedoch noch eine 1.0-Vorabversion erscheinen. Der Source-Code des Betriebssystems soll im vierten Quartal veröffentlicht werden.

Passend zur Vorstellung des Surf-Handys hat T-Mobile USA in der vergangenen Woche angekündigt, sein HSDPA-Netz weiter auszubauen. Bislang sind die Städte Austin, Baltimore, Boston, Dallas, Houston, Las Vegas, Miami, Minneapolis, New York, Phoenix, Portland, San Antonio und San Diego mit UMTS versorgt, Mitte Oktober sollen auch die Gebiete Atlanta, Chicago, Los Angeles, Orlando, Philadelphia, Sacramento, San Francisco und Seattle dabei sein. Bis Jahresende verspricht T-Mobile den Ausbau in Birmingham, Denver, Detroit, Kansas City, Memphis und Tampa. Die Download-Geschwindigkeit liegt bei lediglich einem MBit/s.

Amazon wird für seinen in Deutschland bislang nicht verfügbaren Online-Musikshop eine für das G1 angepasste Software anbieten. Für die Nutzung des Angebots muss das G1 allerdings über eine WLAN-Verbindung im Internet eingebucht sein. Anwendungen für das G1 erhält man hingegen im Marktplatz für Android. Im Gegensatz zu Apples Appstore sollen Entwickler ihre Anwendungen einfach in das System einstellen können. Zum Vermarktungsstart des ersten Android-Handys soll auch der Marktplatz online sein. (ll)