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Erstes Multimedia-Surfpad auf "Stemcell"-Basis

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Zii EGG

Auf der CES im Januar präsentierte Creative-Tocher ZiiLabs erstmals Systems-on-Chip-Lösungen (SoCs) mit ARM-Applikationsprozessoren, die eine besonders hohe Performance liefern sollen. Nun bietet das Unternehmen Entwicklern mit dem Multimedia-Surfpad "Zii EGG" ein Produkt mit dem damals vorgestellten Prozessor ZMS-05 samt SDK für die eigene "Plaszma"-Plattform zum Preis von rund 400 US-Dollar an.

Das Gerät, das äußerlich recht stark an einen iPod touch erinnert, besitzt ein 3,5 Zoll großes kapazitives Touchscreen-Display mit 320 × 480 Bildpunkten, das 16 Millionen Farben darstellen kann. Kontakt mit Netzen und anderen Geräten nimmt das Zii EGG über WLAN (802.11 b/g) beziehungsweise Bluetooth (2.1 + EDR) auf. Ein GPS-Empfänger und ein Beschleunigungssensor (3 Achsen) sind ebenfalls eingebaut. Auf der Frontseite ist eine VGA-, auf der Rückseite eine "HD"-Kamera zu finden. Eine "Text-to-Speech"-Funktion soll in Verbindung mit der HD-Kamera beispielsweise Applikationen ermöglichen, bei denen Blinden Texte vorgelesen werden. Von der Unternehmensmutter Creative hat das Gerät einen X-Fi-Audiochip mitbekommen. Das Gerät selbst besitzt 32 GByte internen Speicher, der sich mittels SDHC-Karte nochmals um 32 GByte aufrüsten lässt. Hinzu kommen 256 MByte Mobile DDR RAM. Das EGG kann laut Entwickler statt mit dem Plaszma-OS auch mit dem freien mobilen Betriebssystem Android laufen, wie dies auch in dem Video "Introduction to Zii optimized Android" auf der Zii-Website zu sehen ist.

Besonders fit soll das 108 Gramm leichte Gerät bei Multimedia-Anwendungen sein. So ist es laut Hersteller in der Lage, HD-Videos mit einer Vollbildauflösung von bis zu 1920 × 1080 Bildpunkten (1080p) über seinen HDMI-Ausgang an einen Flachbildfernseher auszugeben. Im oben genannten Video wird ein H.264-Clip mit der Vollbildauflösung 720p (1280 × 720 Pixel) auf einem Fernseher abgespielt. Dank 3-D-Hardwarebeschleunigung sollen auch grafisch aufwendige Spiele auf dem EGG möglich sein. Leider zeigt das Video "3D OpenGL ES with Zii EGG" auf der Website des Unternehmens davon recht wenig.

Ermöglicht werden soll die hohe Performance durch sogenanntes "Stemcell Computing" (bedeutet etwa Stammzellenrechnen), womit die Entwickler auf die Synergistic Processing Elements oder Unity (SPEs/SPUs) der Cell Broadband Engine (Cell B. E.) von IBM, Sony und Toshiba anspielten. Tatsächlich liefert der damals vorgestellte ZMS-05 nach Angaben von ZiiLabs 8 GFlops und 32 GOps, wobei der Großteil davon wohl auf die 24 Processing Elements (PEs) entfällt, die sich auf 3 Cluster verteilen. Zum Vergleich: Die SSE-Einheiten eines aktuellen Core-2-Kerns von Intel erreichen bei 3 GHz eine theoretische maximale Gleitkomma-Rechenleistung von 12 GFlops. Laut Datenblatt kommt der ZMS-05 beim Abspielen von HD-Video mit 300 Milliwatt Leistungsaufnahme aus.Die maximale Taktfrequenz der beiden ARM9-Kerne (ARM 926EJ/ARMv5TEJ) ist nicht genau benannt, die integrierte PLL soll aber mit bis zu 666 MHz laufen. (Nico Jurran) / (nij)

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