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Erstes Netbook mit Atom N2600 erhältlich

Acers N2600-Netbook Aspire One D270 gibt es wahlweise im Candy-Design.

(Bild: Acer)

Der Prozessor-Gigant Intel hat seine dritte Generation an Atom-Prozessoren (Codename Cedar Trail) zwar kurz vor Jahresende vorgestellt, doch das erste damit bestückte Netbook kommt erst dieser Tage in den Handel, das Acer Aspire One D270 mit dem neuen Atom N2600. Acer verkauft den 1,3 Kilogramm schweren 10-Zöller mit 1 GByte DDR3-Speicher, einer 320-GByte-Platte und Windows 7 Starter für 300 Euro. Eine Variante ohne Windows, aber mit doppelt so viel Arbeitsspeicher kostet 40 Euro weniger. Ein mattes Display mit netbook-typischen 1024 × 600 Punkten ist bei beiden Varianten eingebaut. Das Gehäuse gibt es wahlweise in Schwarz, Weiß, Rot oder Blau sowie in einem Candy getauften Design. Mit 6-Zellen-Akku verspricht Acer 8 Stunden Laufzeit, es soll aber auch Modelle mit 3-Zellen-Akku und dementsprechend halber Laufzeit geben.

Der Doppelkern-Atom N2600 hat zwei Kerne plus HyperThreading, die mit 1,6 GHz laufen. Von seinem Vorgänger N570 hebt er sich durch einen reduzierten Stromverbrauch unter Rechenlast ab, statt 8,5 Watt verbrät er bei selber Rechenleistung maximal 3,5 Watt – das erlaubt Netbooks ohne nervigen Lüfter. Der Pferdefuß des N2600 ist allerdings die neue integrierte Grafikeinheit GMA 3600: Ursprünglich hatte Intel eine DirectX-10.1-Unterstützung angedacht, doch das wurde zur offiziellen Vorstellung Ende 2011 auf DirectX 9 zusammengestrichen. Die Gerüchteküche erklärte dies mit massiven Problemen bei der Entwicklung der Grafiktreiber. Tatsächlich stellt Intel bis heute lediglich einen 32-Bit-Treiber für Windows 7 zum Download bereit, der nicht einmal WHQL-zertifiziert ist.

Der AMD-Konkurrenz in Form von C-50/60 beziehungsweise E-350/450 hat der N2600 in einem wichtigen Punkt immer noch nichts entgegenzusetzen: Während AMDs Spar-CPUs in Webseiten eingebettete HD-Videos ohne Murren flüssig wiedergeben, schafft der N2600 dies nicht. Wir haben bei ersten Tests zwar einige YouTube-Videos in 720p gefunden, die ruckelfrei liefen, etliche andere taten es aber nicht – und 1080p-Videos ähnelten grundsätzlich eher einer Diashow. Weitere Infos liefert der Artikel Intels Atom-Unfall.

Angesichts der Probleme wundert es wenig, dass N2600-Netbooks nur zögerlich in den Handel kommen. Außer Acer hat bislang nur Asus solche verbindlich angekündigt; sie sollen Mitte März in den Läden stehen. HP will sein Business-Netbook Mini 1104 mit UMTS-Modem in den USA verkaufen, nicht aber in Deutschland. Intel selbst nennt als Cedar-Trail-Partner noch Lenovo, Samsung und Toshiba, doch ob und wann damit bestückte Netbooks in den Handel kommen, war bei den deutschen Niederlassungen bislang nicht in Erfahrung zu bringen.

Dell hatte bereits im Dezember angekündigt, keine Cedar-Trail-Netbooks bauen zu wollen, die Geräte mit Vorgänger-Atom hat das Unternehmen abverkauft. Wie bei vielen anderen Herstellern liegt der Fokus auf den von Intel massiv beworbenen Ultrabooks, die ähnlich leicht wie Netbooks sind, aber mit höherer Rechenleistung und Bildschirmauflösung sowie flotten SSDs locken – zum drei- bis vierfachen Preis. Ein Praxistest in der kommenden c't 5/12 (ab 13.2. am Kiosk) klärt, wann ein Tablet, ein Netbook oder ein Ultrabook am besten zu einem passt. (mue)

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