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Erstes Solar-Kraftwerk im Weltall geplant

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Ab 2016 sollen Kunden des kalifornischen Stromkonzerns PG&E bereits Solarstrom aus dem Weltall erhalten können. Zumindest hat sich PG&E an die Regulierungsbehörde California Public Utilities Commission (PUC) für eine Genehmigung gewandt: Man will das Unternehmen Solaren beauftragen, eine Leistung von 200 MW ab 2016 durch eine Solaranlage im Weltraum zu liefern. Der Stromkonzern hofft, die Genehmigung bis Oktober zu erhalten. Der Vorteil von Solarkraftwerken im Weltraum wäre, dass praktisch durchgehend Energie erzeugt werden könnte.

Allerdings macht der Konzern auch in seiner Anfrage deutlich, dass für die Realisierung des Projekts noch erhebliche technische Probleme gelöst werden müssten. Jedoch würden die mit "einer neuen und ungeprüften Technik" entstehenden Probleme durch die "potenziellen Vorzüge für die Kunden" aufgewogen werden.

Vorgesehen ist, als Weltraum-Kraftwerke große Satelliten mit Solarzellen in eine geostationäre Umlaufbahn zu bringen. Das größte Problem ist, den Strom zur Erde zu bringen. PG&E stellt sich vor, dass der Strom in Form hochfrequenter Funksignale zu Satellitenschüsseln im wenig besiedelten Fresno County geschickt wird. Dort würde dann die Energie in Elektrizität umgewandelt und ins Stromnetz eingespeist. PG&E erklärte, dass schon lange Satelliten Solarenergie in Hochfrequenzenergie zu verwandeln und damit Daten zur Erde zu senden. Das müsste auch mit Elektrizität möglich sein.

Neben der Übertragung des Stroms zur Erde ist ein weiteres Problem, dass die vorgesehenen vier oder fünf Satelliten, die als Kraftwerke dienen sollen, viel größer sein müssten, als die bislang verwendeten Kommunikationssatelliten. Über die erwarteten Kosten lässt sich PG&E nicht aus, sondern versichert lediglich, dass sie vergleichbar mit denen seien, die bei Verträgen über den Kauf von erneuerbaren Energien entstehen. Für die Kunden würde kein Risiko entstehen, da man nur den Strom kaufen, aber das Projekt selbst nicht mitfinanzieren werde.

Solaren-Chef Gary Spirnak rechnet mit Kosten von mehr als 2 Milliarden US-Dollar. Private Investoren, die anonym bleiben wollten, hätten angeblich schon zur Finanzierung beigetragen. Spirnak wirbt, dass das Projekt nicht nur saubere Energie liefern, sondern auch eine ganze Reihe Arbeitsplätze schaffen werde. Der hochfrequente Strahl aus dem Weltraum werde auch keine Gefahr für die Menschen oder Flugzeuge darstellen. Außerhalb der Empfangsstation sei die Strahlung bereits geringer als bei Handys. Es seien auch Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen, wenn der Strahl einmal nicht zur Bodenstation gehen, sondern anderswo auf der Erde auftreffen sollte.

Die Satelliten will Solaren mit den jetzt existierenden Raketen in die Umlaufbahn bringen. Ohne nähere technische Details zu verraten, versichert Spirnak, wohl auch um weitere Investoren zu finden, dass das Unternehmen ab 2016 tatsächlich Solarstrom vom Weltraum aus in das kalifornische Netz einspeisen kann. (Florian Rötzer) / (fr)

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