Erstes kommerzielles PSP-Spiel geknackt [UPDATE]

Crackern ist es gelungen, das Spiel Lumines für die Playstation Portable zu knacken, sodass es von einem Memory Stick abgespielt werden kann.

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Von
  • Hartmut Gieselmann

Einer Cracker-Gruppe namens Team Xecuter ist es gelungen, das erste kommerzielle Spiel für die Playstation Portable zu knacken, sodass es von einem Memory Stick abgespielt werden kann. Die Cracker nutzten dazu einen Fehler im Security Code der PSP aus, mit dem es bereits zuvor gelungen war, eigenen Code auf der PSP zu starten. Dies betrifft alle mobilen Konsolen mit den Firmware-Versionen 1.00 bis 1.50. Erst in den neueren Firmware-Versionen 1.51 und 1.52 hat Sony dieses Sicherheitsloch gestopft.

Die Cracker konnten das Puzzle-Spiel "Lumines" so manipulieren, dass es vom Memory Stick startet. Dies sei bei Lumines besonders einfach, da das Programm keinerlei Sicherheitsabfragen während des Spiels durchführt und somit nicht merkt, ob es von einer UMD oder vom Speicherchip gestartet wird. Der Spieler muss lediglich das etwa 200 MByte große Image kopieren und eine Startdatei verändern. Es ist weder nötig, die Hardware der PSP zu manipulieren, noch die Memory Sticks zu wechseln. Bisher funktioniert das geknackte Spiel allerdings ohne Ton, wodurch es viel von seinem Reiz einbüßt. Eine ähnliche Manipulation soll inzwischen auch für das Spiel "Puzzle Bobble" im Umlauf sein.

Für zukünftige Spiele will Sony ein Firmware-Update zwingend erforderlich machen. Die in diesen Tagen in den USA veröffentlichen Titel "Coded Arms" und "Midnight Club 3 Dub Edition" setzen jedoch lediglich Version 1.50 voraus. Dies dürfte sich bis zum Deutschlandstart der PSP am 1. September 2005 ändern.

Update: Inzwischen haben es die Cracker auch geschafft, den Ton für "Lumines" zu aktivieren. Im Vergleich lädt die Memory-Stick-Version deutlich schneller als die UMD-Variante. Andere Cracker-Gruppen veröffentlichten am Wochenende neben "Puzzle Bobble" auch "Mercury". Besonders hart hat es die Entwickler von Konami getroffen. So ist bereits vor dem offiziellen US-Start ihres Spiels "Coded Arms" am 6. Juli eine geknackte Version im Umlauf, die uneingeschränkt funktioniert. Die Cracker leiten die UMD-Abfragen des Programms einfach auf andere originale Spiel-UMDs um. Die Image-Dateien verbreiten sich derweil schnell über einschlägige Tauschbörsen, da die geknackten Titel bei weitem nicht die Speicherkapazität der UMDs von 1,8 GByte ausnutzen, sondern sich mit 100 bis 200 MByte begnügen. (hag)