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Erstes positives Quartal für Netflix außerhalb der USA

Zum ersten Mal hat Netflix im internationalen Geschäft einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaftet. Im laufenden Quartal dürfte aber keine Wiederholung gelingen. Der Aktienkurs liegt dennoch auf Rekordkurs.

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Netflix hat im ersten Quartal 2017 gut 2,64 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das ist ein Zuwachs von rund 35 Prozent im Jahresabstand. Von dem Umsatz blieben 257 Millionen Dollar als Betriebsgewinn und 178 Millionen Dollar als Reingewinn. Das ist mehr als das Fünf- beziehungsweise Sechsfache des Gewinns des ersten Quartals 2016. Gleichzeitig konnte Netflix seinen Abonnentenstamm auf insgesamt 94 Millionen zahlende Kunden erweitern. Das sind fünf Millionen mehr als zu Beginn des Quartals. Der Aktienkurs legte im nachbörslichen Handel Montagabend nach Bekanntgabe der Zahlen um 1,4 Prozent zu und erreichte einen neuen Rekord.

In den USA hatte Netflix zum Stichtag 31. März 2017 49 Millionen zahlende Abonnenten (+1,4 Millionen), im Ausland 45 Millionen (+3,8 Millionen). In diesen Zahlen nicht enthalten sind insgesamt gut vier Millionen Zuschauer, die aufgrund von Werbeaktionen gratis dabei waren. Im laufenden Quartal sollen weitere 3,2 Millionen Abonnenten dazukommen, womit Netflix dann weltweit 102 Millionen Abonnenten hätte, davon 98 Millionen zahlende.

Auch die verschickt Netflix noch - in den USA.

(Bild: Marit & Toomas Hinnosaar CC BY 2.0)

In den USA konnte Netflix den Streamingumsatz um 27 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar steigern, gleichzeitig wuchs der Deckungsbeitrag um 47 Prozent auf 606 Millionen Dollar. Außerhalb des Heimatlandes stieg der Umsatz sogar um 60 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar. Der Deckungsbeitrag fiel mit 43 Millionen Dollar zum ersten Mal positiv aus (-104 Millionen vor einem Jahr).

Im laufenden zweiten Quartal erwartet Netflix hier aber wieder ein Minus. Überhaupt sind die Finanzzahlen im ersten Quartal besser ausgefallen, als vorhergesagt, weil Ausgaben in das zweite Quartal verschoben wurden – weshalb trotz weiter steigender Umsätze etwas weniger freundliche Ergebnisse zu erwarten sind.

Der Cash Flow ist und bleibt jedenfalls negativ (-423 Millionen Dollar Free Cash Flow nach -261 Millionen vor einem Jahr). Weil Eigenproduktionen und Lizenzen über längere Zeit von Wert sein sollen, fließen diese Ausgaben nur zu einem Bruchteil in die Gewinn- und Verlustrechnung des jeweils aktuellen Quartals ein. Die Kasse wird aber natürlich sofort belastet.

Das soll noch mehrere Jahre so weitergehen. Daher plant Netflix, immer wieder neue Schulden zu machen. Dazu kommt, dass Netflix sich bereits verpflichtet hat, weitere 15 Milliarden US-Dollar für zukünftige Streaminginhalte zu zahlen.

Übrigens hat Netflix in den USA noch immer 3,9 Millionen zahlende Kunden, die sich Miet-DVDs per Post schicken lassen. Dieses schrumpfende Geschäft ist sehr profitabel: Von 120 Millionen Dollar Quartalsumsatz blieb die Hälfte als Deckungsbeitrag. (ds)